Kobra And The Lotus - Prevail I - Cover
Große Ansicht

Kobra And The Lotus Prevail I


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Solide Kost für den Genrefan. Mit Frontfrau Kobra Paige hat die Band allerdings ein Ass im Ärmel.

Als ersten Teil eines Doppelalbums angekündigt, erscheint mit „Prevail I” das neue Album von Kobra And The Lotus. Drei Jahre nach „High Priestess“ ist es der mittlerweile vierte Longplayer der Kanadier. Nach Tourneen mit Kiss oder Def Leppard musste sich Sängerin Kobra Paige aufgrund einer Lyme-Borreliose-Erkrankung zurückziehen. 2015 erschien mit der Cover-EP „Words Of The Prophets“ ein erstes Lebenszeichen, nun scheint die Band und vor allem Paige wieder auf Kurs zu sein.

Mit „Gotham“ eröffnet ein hartes Stück das Album, das klingt als hätten Anthrax einen Black Sabbath-Song gecovert. Gitarrist Jasio Kulakowski soliert in bester Shredder-Manier, das Drumming von Lord Marcus Lee kommt mit ordentlich Double-Bass-Gewummer daher. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen, reiht sich die Band so doch nur in den musikalischen Einheitsbrei der Szene ein. Die ersten Töne machen aber auch klar, dass Frontfrau Kobra Paige das Ass im Ärmel ist. Ihre Stimme ist meistens kraftvoll, wird im Verlauf des Songs aber auch mal klar und verletzlich. Diese Variabilität grenzt sie deutlich von anderen Kolleginnen des Genres ab.

Die Vorabsingle „Triggerpulse“ erinnert dagegen an Evanescence, wenn auch ohne die bisweilen übertriebende Melodramatik. Trotzdem ist der eingängige Radiometalsong eher durchschnittlich. Ähnlich ergeht es dem folgenden „You Don’t Know“. Vergleichbar mit Shinedown, setzt sich der Refrain schnell im Gehörgang fest, wenn es auch beispielsweise in der Bridge deutlich härter zur Sache geht. Diese Härte setzt sich in „Specimen X (Mortal Chamber)“ fort, bevor es mit „Light Me Up“ die erste Powerballade zu hören gibt. Und gerade die ist es, die den bisherigen Höhepunkt darstellt. Twin-Lead-Gitarren, eine nicht zu schmalzige Hookline und akustische Elemente heben den Song von artverwandten ab.

„Manifest Destiny“ kann mit einfallsreichem Riffing überzeugen. Schleppende Riffs wechseln mit Sechzehntelnoten, worüber eine hoffnungsvolle Athmosphäre versprüht wird. Eher selten in diesem Genre. Das Instrumental „Check The Phyrg“ bedient sich bei Yngwie Malmsteen und nach dem erneut harten, aber unscheinbaren „Hell On Earth“ beschließt der Titelsong das Album nochmal mit eingängigen Elementen. Etwas vorhersehbar sind die Songs mitunter schon, trotzdem werden Genrefans mit diesem soliden Album ihre Freude haben können.

Anspieltipps:

  • Light Me Up
  • Manifest Destiny
  • Prevail

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
Diskutiere über „Kobra And The Lotus“
comments powered by Disqus