Bob Wayne - Bad Hombre  - Cover
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Bob Wayne Bad Hombre


  • Label: People Like You Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Solide Outlaw-Country-Kost des bärtigen Kuttenträgers.

Sogenannten Outlaw-Country hat sich Bob Wayne auf die Fahne geschrieben. In den USA ist er damit sogar ziemlich erfolgreich, aber auch durch Deutschland und Europa tourt der Amerikaner derzeit. Im Gepäch hat er sein neues Album „Bad Hombre“, welches zwei Jahre nach dem Coveralbum „Hits The Hits“ erscheint, auf dem er sich Songs wie „Sweet Child O’Mine“ oder auch „All About That Bass“ zur Brust nahm.

Nun wieder eigene Songs. „Hell Yeah“ eröffnet das Album mit deutlicher Rockabilly- und Bluesgrass-Schlagseite. Textlich etwa auf dem Niveau eines Teenagers wird unter anderem das Wort „Fuck“ doch etwas inflationär eingesetzt. Dafür kann der Song mit einem furiosen Banjosolo und toller Instrumentierung aufwarten. Genau wie das gesamte Album. Das ruhige „Mr. Bandana“ hat eine schöne Lapsteel im Gepäck, der Midtempo-Countrysong „Still Truckin“ ebenso, das wieder flottere „420 Bound“ wartet erneut mit Banjo und Fiddle auf.

Die düstere Killer-Ballade „Hangin Tree“ bringt Bob Wayne ziemlich glaubhaft rüber. Textlich hat er sich spätestens hier gefangen und erzählt lieber Geschichten mit Western-Themen, statt Steel Panther-Gedächtnis-Texte zu singen. Apropos Texte, mit einem Augenzwinkern soll man hoffentlich auch „Take Back The USA“ verstehen. „Let’s have some fun, load up our guns, take down the governmentwe’ll burn ‘em down, to the ground, string up the president”, singt der bärtige Kuttenträger über eine fröhlich-flotte Nummer.

Traurige, melancholisch angehauchte Balladen über Gesetzlose, Cowboys oder Killer wechseln sich mit humoristisch-angehauchten Nummern ab, wobei erstere wie „Devil’s Backbone“ deutlich besser rüberkommen. Mit „80 Miles From Baghdad“ wird Bob Wayne dann nochmal sozialkritisch und beschreibt Erfahrungen eines Soldaten, natürlich mit dem typisch-amerikanischen Patriotismus, aber ohne wirklich wertend zu werden, was in diesem Fall als deutlicher Pluspunkt gelten sollte. Am Ende des Albums hat sich mit „Wake Me Up“ von Aloe Blacc, dann aber doch noch ein Cover eingeschlichen.

Insgesamt etwas zu lang ist „Bad Hombre“ dann doch geraten. Zehn Songs hätten vollends ausgereicht, so wiederholt sich Wayne dann doch leider zu oft. Sieht man über die manchmal zu gewollt lustigen Songs hinweg, macht er seine Sache aber doch ziemlich ordentlich und liefert ein solides Country-Album ab.

Anspieltipps:

  • Hangin Tree
  • Devil’s Backbone
  • Wake Me Up

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