Kraftklub - Keine Nacht Für Niemand - Cover
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Kraftklub Keine Nacht Für Niemand


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn Kraftklubs Nerv-Potenzial immer noch immens hoch ist, geht das Konzept ihrer Musik irgendwie auf.

Pünktlich zum beginnenden Festival-Sommer legen die Feierbiester des Chemnitzer Kraftklubs ihr drittes Studioalbum „Keine Nacht für niemand“ vor. Die vorausgegangenen Longplayer „Mit K“ (01/2012) und „In Schwarz“ (09/2014) platzierten sich nicht nur auf dem ersten Rang der deutschen Album-Charts, sie entwickelten sich auch zu absoluten Dauerbrennern, die auf mehr als 100 Wochen Verweildauer kommen. In der heutigen Zeit passiert dies nur noch selten, was zeigt, dass der Fünfer aus Sachsen in nur fünf Jahren eine gewisse Relevanz erreicht hat.

Diese hängt sicher auch mit der Live-Präsenz des Kraftklubs zusammen, der nicht ohne Grund nach nur zwei Studioalben schon ein Live-Werk präsentiert hat („Randale“, 2015), das sich mit einem Top-10-Platz ebenfalls sehr bemerkenswert behaupten konnte. So verwundert es nicht, dass die Songs auf „Keine Nacht für niemand“ mit ihren nervös zappelnden Arrangements wie geschaffen sind, Clubs und Festivalgelände in Schutt und Asche zu legen.

Eine gute Kondition des Publikums vorausgesetzt, denn Kraftklub treten das Gaspedal von Anfang an voll durch und denken gar nicht daran, den Fuß signifikant zu lupfen. Dies passiert nur ein einziges Mal mit „Dein Lied“, einem Song, mit dem Kraftklub einen der besten, weil scharfzüngigsten deutschsprachigen Trennungssongs vorlegen, den sich die Ärzte heutzutage nicht mehr trauen würden. Apropos Ärzte. Wie bereits der Albumtitel andeutet, der sich an Ton Steine Scherben anlehnt, sind sämtliche Stücke mit musikalischen Zitaten gespickt, die – wie schon früher – von Bands wie den Arctic Monkeys, The Hives und Beatsteakes sowie heuer von The White Stripes, The Rolling Stones und die Ärzte stammen.

Mit dieser Methode fahren Kraftklub diesmal besser denn je, auch wenn das, nun ja, Nerv-Potenzial ihrer Musik immer noch immens hoch ist und sich die einzelnen Songs in ihren Strukturen arg ähneln. Ihren Kernkompetenzen bleibt die Band damit immerhin treu. Ob das noch Punk ist oder überhaupt jemals was – geschenkt! Kraftklub haben einen Sound für sich entdeckt, der irgendwie funktioniert, die Lager aber nach wie vor in zwei Lager spaltet. Aber so lange dabei Stücke wie besagtes „Dein Lied“ oder auch „Venus“, eine herrliche Abrechnung mit dämlichen Gangster-Rappern, herauskommen, geht das Konzept auf.

Anspieltipps:

  • Venus
  • Am Ende
  • Dein Lied
  • Fan von dir
  • Hallo Nacht
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