The Afghan Whigs - In Spades - Cover
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The Afghan Whigs In Spades


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album nach der Reunion kann Dank seiner kurzen und knackigen Art überzeugen.

Nachdem sich die Afghan Whigs 2011 offiziell zurückgemeldet haben, erschien drei Jahre darauf mit „Do To The Beast“ das erste Reunion-Album. Nun veröffentlichen die aus Ohio stammenden Musiker mit „In Spades“ ihre neue Platte. Geschrieben und produziert von Frontmann Greg Dulli ist es das mittlerweile achte Album der Band. Aufgenommen wurde unter anderem in New Orleans und Los Angeles.

„Birdland“ eröffnet das Album dann etwas ungewöhnlich. Statt Gitarrensalven, ertönen unstete Streicher und Elektrosounds. Avantgardistisch angehaucht, allerdings auch irgendwie schwer zu fassen und somit als Opener vielleicht nicht die beste Wahl. Deutlich flotter geht es dagegen in „Arabian Heights“ zur Sache, das einen klaren New-Wave-Esprit versprüht. Die Melodie setzt sich schon beim zweiten Durchlauf fest und der Rhythmus ist tanzbar. Hier haben die Afghan Whigs einen echten Hit am Start, der sowohl im Radio, als auch auf der Bühne eine gute Figur abgeben würde.

Als düstere Ballade, vom Klavier getragen, beginnt „Demon In Profile“, bevor die Leadgitarre einsetzt und den Song in andere, abermals hitverdächtige, Sphären hebt. Greg Dullis Stimme klingt angeraut und leicht verzweifelt und passt bestens zu dieser Mischung aus Alternative Rock und Soul. „Toy Automatic“ fällt dagegen wieder leicht ab. Zwar verfolgt man mit latenten Folkanklängen einen anderen Ansatz, der Song ist aber zu effektbeladen und überproduziert, um nachhaltig Wirkung zu zeigen. „Oriole“ macht das dagegen wieder wett. Wieder mit ruhigem Beginn, dieses Mal ist die Akustikgitarre Instrument der Stunde, bevor abermals Streicher und Leadgitarre den Unterschied ausmachen. Mit britpoppigen Momenten und hypnotisierendem Rhythmus können die Amerikaner hier abermals überzeugen.

Nachdem das Bowie-eske „Copernicus“ die zweite Hälfte einläutet, lässt vor allem die Semi-Ballade „The Spell“ wieder aufhorchen. Mit melancholischer Schlagseite und Therapy-Reminiszenzen entwickelt sich ein richtig guter Alternativesong, bei der Dulli zeigt, wie vielseitig er ist und auch mal in höhere Lagen abdriftet. Genau wie im funkigen „Light As A Feather“. Groovy, lässig, fetter Bass und mächtige Gitarrenlicks. So sollten die Red Hot Chili Peppers klingen. Den Abschluss bildet das dunkle „Into The Floor“, das sich langsam zu einem Noise-Gewitter aufbaut, um dann auf dem Höhepunkt wieder abzutauchen.

Die knapp 36 Minuten Spielzeit sind schnell vorbei. The Afghan Whigs haben ihre Songs von unnötigem Ballast verschont und so ist „In Spades“ kurzweilig und obwohl es verspielt und abwechslungsreich ist, auf den Punkt. Eingängige Momente, meist in grauen Tönen gehalten, aber immer intensiv und begeisternd. Mit diesem Album hat die Band fast alles richtiggemacht.

Anspieltipps:

  • Arabian Heights
  • Demon In Profile
  • Oriole
  • The Spell
  • Light As A Feather

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