Incubus - 8 - Cover
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Incubus 8


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Den besten Song haben sich Incubus für den Schluss aufgehoben. Vorher gibt es hauptsächlich Durchschnittsware.

Nach den eher seichten und weichgespülten letzten Werken „Light Grenades“ und „ When?“ melden sich die kalifornischen Alternative-Pioniere mit ihrem, wie der Titel schon sagt, achten Album zurück. Nachdem man jahrelang auf die Dienste von Stammproduzent Brendan O’Brien (u.a. AC/DC, Pearl Jam, Bruce Springsteen) vertraute, nahm man diese Arbeit mit Unterstützung von Skrillex und Dave Sardy nun selbst in die Hand.

Hört man die ersten beiden Songs „No Fun“ und „Nimble Bastard“ scheint sich dieser frische Wind bemerkbar zu machen. Beides sind solide Alternativerocker, die breite Riffs mit elektronischen Verzierungen und eingängiger Melodie kombinieren, wobei gerade letzteres mit seiner ziemlich eingängigen Hook im Zusammenspiel mit Powerchordriffs eher an die Heiterkeit von Weezer erinnert, denn an die melancholisch-düstere Athmosphäre eigener Frühwerke. Dann allerdings der Schreck. „State Of The Art“ ist eine komplette Nullnummer mit radiofreundlichem Refrain und einer Strophe, bei der rein gar nichts hängen bleibt.

„Undefeated“ beginnt vielversprechend und kann athmosphärisch an frühere Songs anknüpfen, gerät aber mit der leider viel zu sehr im Mainstream verhafteten Produktion und dem schleppenden Arrangement doch zu austauschbar. „Loneliest“ gerät zumindest interessant. Clubsound werden mit leisen Gitarrenlicks vermischt und lässt die Herren immerhin einigermaßen relevant erscheinen. Dies kann man von „Familiar Faces“ wiederum nicht behaupten. Ganz nett, aber von einer Band mit einer solchen Vergangenheit erwartet man einfach mehr als weitgehend austauschbare Massenware. „Love In A Time Of Surveillance“ kommt wenigstens mal mit einem fetteren Riff daher und kann mit Groove und Brandon Boyds Gesangsleistung überzeugen.

Den besten Song haben sich Incubus dann für den Schluss aufgehoben. „Throw Out The Map“ verbindet ein hartes Riff mit ruhiger, sich immer weiter auftürmender Strophe um in einer wüsten, an die Stooges erinnernden, Bridge zu münden. Es scheint als sei dieser Song bewusst ans Ende gestellt worden, um letztlich doch mit einem versöhnlichen Gefühl das Album zu beenden. Leider gibt es auf „8“ vorher aber zu viel austauschbaren Kram, der nur durch ein paar solide Tracks aufgewertet wird. Zu wenig für eine Band solchen Kalibers.

Anspieltipps:

  • No Fun
  • Loneliest
  • Love In A Time Of Surveillance
  • Throw Out The Map

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