Kasabian - For Crying Out Loud - Cover
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Kasabian For Crying Out Loud


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus der Heimatstadt der Foxes kommend, verteidigen Kasabian ihren Titel als BritPop-Thronanwärter.

Aus der Arbeiterstadt Leicester, der Heimat des amtierenden englischen Fußballmeisters Leicester City, stammt die Band Kasabian, die, warum auch immer, bis heute das Dasein eines Underdogs repräsentiert, obwohl sich die bisherigen fünf Longplayer, vom 2004er Debüt „Kasabian“, bis hin zum letzten Studio-Output „48:13“ (06/2014), vor allem auf der britischen Insel hervorragend verkauft haben. An diese Serie wird sich voraussichtlich auch das sechste Kasabian-Studiowerk „For Crying Out Loud“ anschließen, das sich, wie schon seine Vorgänger, definitiv nicht um einen Preis für das schönste Covermotiv bewerben kann.

Das scheint allerdings Methode zu haben. Schließlich halten die Herren Tom Meighan (Gesang), Sergio Pizzorno (Gitarre), Chris Edwards (Bass) und Ian Matthews (Drums) bis heute ein bisschen die Fahnen des krawalligen BritPop/Rock hoch, den einst Bands wie Oasis verkörpert haben und der inzwischen fast ausgestorben scheint. Und dazu braucht es eben kein hübsches Blümchencover mit Pastellfarben in Sixties-Ästhetik. Viel mehr wünschen wir uns stampfende Kneipen-Crowd-Pleaser wie „You’re in love with a psycho“ oder auch „Good fight“, mit denen Kasabian schon vor Jahren ihren Anspruch auf den BritPop-Thron angemeldet haben.

Kasabians latente Lust an krawalliger Popmusik wird auch dadurch deutlich, dass ihr neues, von Sergio Pizzorno produziertes, getextetes und komponiertes Werk erstmals mit einem „Parental Advisory“-Sticker für „Explicit Content“ daherkommt. Allerdings nur auf der Album-Rückseite. So haben die Kids an der Kasse wenigstens eine Fifty-Fifty-Chance, wenn Mama den Geldbeutel zücken soll. Und das wird sie bestimmt gerne tun, weil sie nämlich heimlich auf die großmäulige Attitüde des Quartetts steht, das mit seinen neuen Songs heuer nicht in der Champions League mitspielen kann, aber dafür wieder einen ehrlichen „Kick and Rush“-Fight abliefert.

Dass Kasabian auch weiterhin schlummernde Anwärter auf die vorderen Tabellenplätze bleiben, zeigen Songs wie „Comeback kid“ und „Bless this acid house“, die sich auch in den späten 90er Jahren gut gegen Konkurrenten wie Blur, Pulp und Oasis geschlagen hätten. Dem entgegen stehen allerdings auch Kirmesnummern wie „Are you looking for action?“, die sich am aktuellen Zeitgeist orientieren und den Gesamteindruck etwas auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Nichtsdestotrotz ist „For Crying Out Loud“ ein gutes Album geworden, das den aktuellen Zustand der britischen Rockmusik gut zu repräsentieren weiß.

Anspieltipps:

  • Good fight
  • Comeback kid
  • Bless this acid house
  • All through the night
  • You’re in love with a psycho
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