Mando Diao - Good Times - Cover
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Mando Diao Good Times


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Back To The Roots? Nicht wirklich! Bei Mando Diao dominieren weiterhin wummernde Bässe und Discobeats.

Vor zehn Jahren durften Mando Diao mit ihrem vor Schweiß triefenden und nach Bier riechendem Rock’n’Roll auf keiner Oberstufenparty fehlen. In den darauffolgenden Jahren verlor sich die Band jedoch in austauschbaren Akustikeskapaden („MTV Unplugged: Above And Beyond“) oder unsäglichen Discosounds („Aelita“). Die musikalische Ausrichtung und andere Aspekte führten letztendlich zum Bruch mit dem zweiten Frontmann Gustaf Norén. Nach sich am Mainstream anbiedernden Sounds soll das neue Album der Schweden „Good Times“ nun neue Aspekte mit ihren muskalischen Wurzeln verbinden.

Eröffnet wird die Platte von der pathetischen Klavierballade „Break Us“. Außer auf die Tränendrüse zu drücken hat dieser ungewöhnliche Opener aber nicht viel zu bieten. „All The Things“ klingt dann wieder mehr nach Mando Diao. Ein aufgeregter Indie-Disco-Song, der gut ins Ohr geht, aber dieses auch genauso schnell wieder verlässt. Mit dem Titelsong wird dann deutlich, dass hier nichts zurück zu den Wurzeln geht. Wummernde Bässe, Discobeats, elektronische Spielereien wetteifern in einem Song der klingt als hätte ihn ein 5-jähriger auf seinem Spielzeug-Keyboard komponiert, um in einem ultranervigen Refrain ihren Höhepunkt zu finden. Auch der Gospelchor in „Shake“ täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass es sich hier um Musik handelt die sich am Besten zur Hintergrundbeschallung eines Autoscooters eignet.

„Money“ hingegen zeigt ein anderes Dilemma. Während der Song als funkiger Discosong eigentlich lässig vor sich hingroovt, lassen sich die Herren um Sänger Björn Dixgȧrd immer wieder etwas einfallen um die guten Ansätze zunichte zu machen, in diesem Fall die nach Daft Punk klingende Roboterstimme, die einfach zu gewollt tönt. „Watch Me Now“ kann hingegen dann doch mal überzeugen. Ähnlich aufgebaut wie die vorherigen Songs, aber mit Twinlead-Gitarren ausgestattet, gelingt der Band hier wirklich mal die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft. Auch mit der Akustikgitarrenballade „Hit Me With A Bottle“ macht man alles richtig. Dixgȧrds Stimme wirkt hier besonders gut in Szene gesetzt.

Im letzten Drittel verfallen Mando Diao aber wieder in bekannte Muster. „One Two Three“ verwurstet noch ein paar New Wave-Elemente, während „Voices On The Radio“ mit seiner elektronischen Ausrichtung nur so vor sich hinplätschert. Die Stimme von Björn Dixgȧrd passt auch zu den souligen Disconummern, aber irgendwie nimmt man der Band diese Art von Musik nicht ab. Zu sehr wird hier aufs Radio geschielt und sich dem Massenpublikum angeboten. Das Albumcover weist zwar Parallelen zu den frühreren Alben auf, musikalisch hat dies aber nichts mit den Wurzeln von Mando Diao zu tun.

Anspieltipps:

  • Watch Me Now
  • Hit Me With A Bottle

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