Animal House - Sorry EP - Cover
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Animal House Sorry EP


  • Label: Popup Records
  • Laufzeit: 16 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Animal House sprinten los wie Usain Bolt, auch wenn die Raucherlunge sie am Ende straucheln lässt.

Mit Liebe zur Rockmusik und zur Vergangenheit ausgestattet, präsentieren sich Animal House mit einer stürmischen EP namens „Sorry“. Zu entschuldigen hat die Band kaum etwas. Stattdessen dürfen Rockfans ein ernstgemeintes Danke an ein paar junge Männer aussprechen, die ganz ohne Glanz, Gloria und Stadionproduktion wie ein Spitzensprinter loslegen.

Ähnlich wie Black Rebel Motorcycle Club pfeifen die Jungs aus Brisbane, Australien, auf moderne Trends und leben sich im Stil vergangener Tage aus. Was zwischen „Domino“ und „Lemon & Lime“ geschieht, ist ein viel versprechender Auftakt, der an die Unbekümmertheit vieler Debütanten erinnert, die heute Weltstars sind. Die Band funktioniert mit Mitsing-Hymnen für die Kneipe und haut mit „Domino“ und „English Girls“ gleich zwei potenzielle Hits für sämtliche Indie-Rock-Listen raus, sofern der DJ den Rock-Teil ernst meint.

Der Rock, der irgendwo aus den 70ern hervorquillt, lebt sich in der ersten Hälfte der EP grandios aus und Hörer müssen die Messlatte schnell anheben, damit „Heaven“ schwächer als das Auftakt-Duo bewertet wird. Mit „Lemon & Lime“ zeigen Animal House dann noch, dass Ihnen auch Midtempo mühemlos von der Hand geht. Schon beim ersten Ertönen des Chorus geht der Text über die eigenen Lippen, als kannten Hörer das Lied schon seit Jahren. Was Animal House die ersten zehn Minuten lang abliefert, ist keine Revolution, sondern ein präzises Besinnen auf die eigenen Stärken. Tanzbarer und leicht verdaulicher Rock der besten Sorte, wird hier klar destilliert und dem Hörer in die Ohren geträufelt.

Gerade deswegen fällt der vergleichsweise schwache und auch objektiv durchschnittliche Abschluss mit „Sour“ und „Tequila“ auf. „Sour“ ist die erste Single der Band und die Nummer hört sich noch zu sehr nach einer Kopie an. Der Stil passt, aber noch nicht so gut wie während der ersten vier Titel. „Tequila“ übertreibt den Spaßrock zu Ungunsten der starken Melodien und des wohl dosierten Garage-Charakters. Hier schmettert die Band einen erzwungenen Gassenhauer, der genau das nicht erreicht, was den Auftakt stark macht. Die Freude über richtig guten Brit-Rock (die Australier haben Brighton als aktuelle Heimat gewählt) der neuen „alten“ Schule überwiegt nach einer guten Viertelstunde und garantiert das Drücken der Repeat-Taste. Davon nehmen wir gerne gleich noch eins.

Anspieltipps:

  • Domino
  • English Girls
  • Lemon & Lime

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