Sam Outlaw - Tenderheart - Cover
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Sam Outlaw Tenderheart


  • Label: Six Shooter Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
9.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikalisch einwandfrei, nur Outlaws Stimme ist zu schwach und austauschbar.

Sam Outlaw, das klingt rau, hart und reudig. Aber statt krachenden, rumpelndem und knarzendem Country mit Rootselementen, macht sich schon mit einem Blick auf die Titelliste Ernüchterung breit. Hier scheinen sich eher einige Liebesschnulzen, denn ironisch-augenzwinkernde Geschichten breit zu machen. Seinem in diesem Fall eher cheesigen Namen, macht der gebürtige Sam Morgan, nicht direkt alle Ehre.

„Everyone’s Looking For Home“ ertönt dann auch gleicht wie befürchtet. Sehr ruhig, betont melancholisch und mit einer leider doch eher austauschbaren Stimme, die ab und an an den Belgier Milow erinnert. Zugestehen muss man dem Song allerdings, dass der Bläsersatz in der zweiten Hälfte wirklich überraschend und auch gut daherkommt. Einen solchen gibt es auch im folgenden „Bottomless Mimosas“, dessen warmer Sound latent an Chris Isaak erinnert. Allerdings kann Outlaws Stimme mit dessen leider nicht mithalten.

Der Titelsong wartet mit sanftem Schlagzeug und stilsicher eingesetzter Lapsteel auf, zeigt deutliche Americana-Tendenzen und könnte so auch auf einem Tom Petty-Album stehen. Auch das endlich mal etwas flottere „Trouble“ geht in diese Richtung. John Mellencamp trifft auf John Hiatt, allerdings von einem jüngeren Kerl gecovert, dem noch etwas Patina auf den Stimmbändern fehlt. Trotzdem ist „Trouble“ das Highlight des Albums.

Der Rest von „Tenderheart“ bietet klassischen Country, vorwiegend in Balladenform („Two Broken Hearts“, „Diamond Ring“) mit gelegentlichen Americana-Einflüssen („Dry In The Sun“) oder Popappeal („Say It To Me“). Textlich geht es um gebrochene Herzen, Whiskey oder Liebesschwüre. Soweit, so gut, aber alles schon zig mal und oft besser gehört. Musikalisch ist das Ganze auch nicht wirklich schlecht. Vor allem Jeremy Long an Pedalsteel, Molly Jenson am Backgroundgesang und Gitarrist Danny Garcia machen eine gute Figur. Es ist leider der Hauptdarsteller, der mit seiner dünnen, austauschbaren Stimme, die sich aber auch gar nicht vom Einheitsbrei abheben zu vermag, nicht wirklich Boden gut machen kann.

Anspieltipps:

  • Tenderheart
  • Trouble
  • Dry In The Sun

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