Brian May & Kerry Ellis - Golden Days - Cover
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Brian May & Kerry Ellis Golden Days


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Brian May macht nun seichten Musical-Pop und lässt nur ab und an mit ein paar wirren Licks den Rocker aufblitzen.

Im Jahr 2002 gehörte Kerry Ellis zum Original-Cast des Queen-Musicals „We Will Rock You“, dort und in der Folge arbeitete die Britin immer wieder mit Brian May zusammen. Nach dem 2014 erschienenen Live-Dokument aus Montreux 2013 folgt nun eine gemeinsame Studioplatte.

Orientalisch beginnt der Opener „Love In A Rainbow“, gefolgt von einem für Queen-typischen Chor. Danach passiert allerdings nicht mehr viel. Der Song wird zu einer langweiligen, dahinplätschernden 0815-Ballade, bei der sich Brian May fast komplett zurücknimmt. Auch wird deutlich, dass Ellis Stimme eher durchschnittlich ist. Klar, die 36-jährige kann singen, allerdings sucht man hier jegliches Alleinstellungsmerkmal oder jedwede Ecken und Kanten vergeblich. Das rockigere „Roll With Me“ wäre der klar bessere Eröffnungssong gewesen. Mit leichtem Musical-Flair, wie übrigens die ganze Platte, und Mays unverkennbaren Licks, erreicht dieser Song jedoch auch nicht viel mehr als ein müdes Lächeln.

So geht es weiter. „Golden Days“ ist seichter Pop, bis nach der Hälfte mit pathosgeschwängerten Gitarren- und Keyboardwänden irgendetwas Bedeutsames suggeriert werden soll, was aber nicht gelingt. „It’s Gonna Be Alright“ klingt nach Queen-Ausschussware zu „Miracle“-Zeiten, eine weitere „Amazing Grace“ Cover-Version braucht wirklich niemand, genausowenig von der ursprünglichen Phil Lynott und Gary Moore-Kollabo „Parisienne Walkways“. May gibt den Gitarrenhelden natürlich ziemlich gut, jedoch wird die ursprüngliche Traurigkeit im Gesang des Thin Lizzy-Frontmannes fast karikiert.

Mays Gitarre kann die Songs nicht retten. Zu seicht, zu glatt produziert sind selbst Songs wie „If I Loved You“ fürs Mainstreamradio fehl am Platze, „Born Free“ hätte mit Freddie Mercury vielleicht funktioniert, so klingt er nach Disney-Produktion. Der einzige Song der aufhorchen lässt ist „One Voice“. Die keltisch-angehauchte Ballade kann einen Spannungsbogen aufbauen, bei dem Mays Breitwandsound nach akustischer Instrumentierung zu Beginn des Songs Gegenpole setzen kann. Und wer denkt Elvis „Can’t Help Falling In Love“ sei schon schmalzig und kitschig, sollte sich die hier vorliegende Version besser sparen.

Kerry Ellis hat leider zu viel Kitsch in der Stimme. Die Musical-Darstellerin hört man ihr an jeder Stelle an, sodass keine einzige Zeile in irgendeiner Form echt wirkt. Das ist austauschbarer Gesang, der perfekt klingt, aber ohne jegliche Emotion daherkommt. Ebenso wirkt Brian May irgendwie fehl am Platz. Hier und da streut er ein paar Riffs oder Licks ein, die zwar unverkennbar nach ihm, aber irgendwie doch mehr nach einer Queen-Kopie klingen.

Anspieltipps:

  • Roll With Me
  • One Voice

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