Day Wave - The Days We Had - Cover
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Day Wave The Days We Had


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hörer, die Death Cab For Cutie lieben, mögen auch Day Wave.


Day Wave, das mehr oder minder Ein-Mann-Projekt des jungen Jackson Phillips aus Oakland, ist eine Alternative zu Death Cab For Cutie. Nicht weniger, aber in vielerlei Hinsicht auch nicht mehr. Mit einem Sound, der sich des öfteren bei The 1975 bedient und einem Gesang, der Ben Gibbard an vielen Stellen Tribut zollt. „The Days We Had“ ist ein gewollt hektisch unsicher wirkendes Pop-Album für alle, die von ihren melancholischen Coming of Age-Gefühlen übermannt werden. Solche Alben gibt es wie Sand am Meer. Aber ein Strand ohne unzählige Sandkörner bezaubert eben auch nicht.

Phillips ist mit seiner Musik Teil des großen Grundgerüsts für nicht enden wollende Playlists und den Geist leichtfüßiger Synthie-Pop-Musik mit Rockeinschlag. „Ordinary“ passt zu jedem romantisch angehauchten Abend und schwankt gekonnt instabil zwischen Gefühlsduseligkeit und vorsichtiger Annäherung auf der Tanzfläche. Das erstaunliche am überwiegend unauffälligen „The Days We Had“ ist die gleichbleibende Qualität. Hier und da („On Your Side) ist der Pop sehr aufdringlich geraten, passt sich den jugendlich naiven Texten jedoch gut an. Wenn Day Wave mit hauchender Stimme bestimmt und trotzig versichert „But I’m On Your Side“, ist das einfach süß. Leichtsinn und Idealismus treffen sich zu einem Klang, der sich selbst glaubt. An den besten Stellen glaubt der Hörer die Botschaften selbst.

Im Vergleich zu Death Cab For Cutie fehlt Day Wave die Schwere. Jackson zielt auf die beschwingte Energie von Bjorn And John ab, reitet dafür jedoch zu sehr metaphorisch auf dem unglücklich verliebten Teenager herum. Highlights lassen sich im Detail erkennen, sodass „Promises“ sich zu Ordinary gesellt und Playlisten auf der ganzen Welt bereichert. Mit einer Hit-Wucht wie „Young Folks“ trifft die Hörer allerdings kein einziger Titel. Nach 40 Minuten fehlt einem unterhaltsamen Album die Tiefe, um aus einem guten Eindruck mehr zu machen. Verirrt sich „The Days We Had“ in die Rotation läuft das Album ohne Aussetzer durch. Auf die Idee zu kommen, dass das Album an der Reihe ist, muss der geneigte Hörer aber erst mal kommen. Wie der stille Schüler in der Klasse droht Day Wave übersehen zu werden. Das wäre schade, da hinter der unscheinbaren Fassade Ehrlichkeit und ein paar schöne Melodien stecken.

Anspieltipps:

  • Ordinary
  • Promises
  • Something Here

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