Beth Ditto - Fake Sugar - Cover
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Beth Ditto Fake Sugar


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Solodebüt der ehemaligen Gossip-Sängerin. Das wurde aber auch Zeit!

Mein Gott, ist die Zeit schnell vergangen. Es kann doch nicht sein, dass das alles schon so lange her ist: Im März 2011 brachte Beth Ditto ihre Solo-Debüt-EP „De Construction“ auf den Markt, während sie mit ihrer inzwischen aufgelösten Band Gossip im Mai 2012 das letzte Album „A Joyful Noise“ veröffentlichte. Seitdem ist die 36-jährige Plus-Size-Sängerin vielen unterschiedlichen Betätigungen nachgegangen, denen die Musik nachstehen musste. So kann man sich heute nur noch schwer daran erinnern, dass Gossip bereits den Mainstream geknackt hatten (der Song „Heavy cross“ hielt sich in Deutschland 96 Wochen in den Charts!) und jeder darauf wartete, dass diese Band endgültig durch die Decke gehen würde.

Doch Beth Ditto trieb sich lieber als Model und Designerin in der Modebranche herum, heiratete ihre beste Freundin und spielte im Film „Nocturnal Animals“ mit. Es gilt also durchaus etwas aufzuholen, wenn die Amerikanerin jetzt ihr Debütalbum „Fake Sugar“ in die Läden bringt. Beth Ditto? Da war doch mal was… Genau! Und dem hilft die Stil-Ikone erst einmal auf die Sprünge, indem ihre Solosongs nicht so klingen wie auf der 2011er-EP, sondern wie der Hörer die letzten Zuckungen von Gossip im Kopf hat. Eine gute Entscheidung, ebenso wie die junge Produzentin und Songschreiberin Jennifer Decilveo (Sean Kingston, Leslie Clio, Cody Simpson, Rebecca Ferguson) zu verpflichten, die den musikalischen Mashup auf „Fake Sugar“ in die richtigen Bahnen lenkte.

Anstatt ein ausgefranstes Stil-Wechselbad anzubieten, bewegt sich Beth Ditto mit den 12 Tracks auf „Fake Sugar“ auf einem poppigen Highway-Trip, der von ihrer großartigen Stimme und charmanten Melodien befeuert wird. Dass die Grundlagen der Songs dabei auf Soul, Indie-Rock, Dance Music und Blues beruhen, wird einem erst im zweiten oder dritten Moment klar, so geschickt haben Beth Ditto und Jennifer Decilveo ihren Klang-Cocktail miteinander verwoben. Herausragendes Beispiel dafür ist die Hammernummer „We could run“, die in einer besseren Welt auf Platz eins der Charts gehen würde. Mal schauen, ob es der jüngst als Single ausgekoppelte Track schafft.

„Fake Sugar“ ist Musik fürs Radio und die Tanzflächen dieser Welt, aber wohl keine Adresse für Indie-Nerds und mit Glasbausteinen bebrillte Blogger. Die Songs strahlen eine ungewöhnliche Herzlichkeit aus und dürfen deshalb auch mal kitschig sein. Die fast schon aufbrausende Dringlichkeit früherer Gossip-Alben mag dabei vielleicht fehlen, doch wer sich so gekonnt der Popmusik verschreibt, darf seinen Stil gerne auf diese Art verändern.

Anspieltipps:

  • Lover
  • In and out
  • Savoir faire
  • Go baby go
  • We could run
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