Iced Earth - Incorruptible - Cover
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Iced Earth Incorruptible


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Iced Earth erfinden das Rad nicht neu, aber sie rocken sich fokussiert und mit Spielfreude durch die 54 Minuten.

In den letzten drei Jahren seit der Veröffentlichung von „Plagues Of Babylon“, welches einen beachtlichen fünften Platz in den deutschen Albumcharts ergattern konnte, hat sich einiges getan im Hause Iced Earth und vor allem bei Mastermind Jon Schaffer. Brent Smedley ist neu an der Schießbude, der erst 25-jährige Jake Dreyer übernimmt den Posten des Leadgitarristen. Schaffer selbst hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, fand aber dennoch die Zeit ein neues Hauptquartier in Indiana für seine Band zu bauen, sowie zehn Songs für das neue Album „Incorruptible“ zu schreiben und produzieren.

Sänger Stu Block ist mittlerweile schon auf dem dritten Album der Amerikaner zu hören und obwohl er in die ziemlich großen Fußstapfen von Matt Barlow oder Tim „Ripper“ Owens treten muss, zeigt er gleich im Opener erneut, dass er die richtige Wahl ist. „Great Heathen Army“ bietet abwechslungsreiches Riffing, Twin-Lead-Gitarren und Block mit Gesang zwischen pathetischem Powermetal und Dirkschneider oder Halford. In bester 80s-Metal-Tradition beginnt „Black Flag“ ruhig und erinnert so an Metallica, woraufhin sich erst Triolen- und dann Stakkatoriffs entwickeln, die Manowar oder späten Judas Priest nahekommen.

Die Powerballade „Raven Wing“ ruft Queensryche ins Gedächtnis und kann mit einem eingängigen Chorus und überzeugenden Leads punkten, während die Midtemponummer „The Veil“ etwas vor sich hin plätschert. Mit unstetem Rhythmus tönt „The Relic (Part 1)“ leicht progressiv, aber trotzdem eingängig, und auch hier zeigt Neuzugang Dreyer mit sich schön aufbauenden Soli zwischen Melodiösität und Metal-Geshredder seine Klasse. Der Rest des Albums wildert sich durch verschiedene Spielarten des Metal. Mal gibt es eine harte Thrashnummer („Seven Headed Whore“) oder schnörkellosen und straighten Heavy Metal („Brothers“). Nur das höhepunktarme Instrumental „Ghost Dance (Awaken The Ancestors)“ fällt deutlich ab.

Nach dem etwas uninspirierten Vorgänger klingen Iced Earth auf „Incorruptible“ wieder deutlich spielfreudiger, durchdachter und auch fokussierter. Sänger Stu Block scheint sich in der Rolle des Frontmannes immer wohler zu fühlen und auch Neuzugang Jake Dreyer ist mit seinen filigranen, abwechslungsreichen Leads auf jeden Fall eine Bereicherung im Bandgefüge. In diesem Genre ist es klar, dass es Riffs gibt, die sich wiederholen und auch das zum Teil einfallslose Drumming ist nicht weltbewegend, trotzdem sind die Songs gut und das Album macht deutlich mehr Spaß, als jene einiger Genrekollegen.

Anspieltipps:

  • Black Flag
  • Raven Wing
  • The Relic (Part 1)
  • Brothers

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