Jorn - Life On Death Road - Cover
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Jorn Life On Death Road


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit neuer Band gelingt es Jorn Lande seit langem mal wieder überzeugende Songs auf ein Album zu bannen.

Lange in einer Band hat es Jorn Lande leider nie ausgehalten. Mit Masterplan veröffentlichte er zwei sehr gute Alben, bevor sich die Wege (ein erstes Mal) trennten und auch in seiner Soloband gab es stets ein Kommen und Gehen. Für sein neues Album hat sich der Norweger eine illustre Schar an Mitmusikern zusammengestellt, die endlich etwas Konstanz in seine Soloaktivitäten bringen soll und auch das oftmals durchschnittliche Songwriting der Vergangenheit aufmöbeln soll. Denn leider war seine Ausnahmestimme oft das Einzige, was seinen Soloalben irgendeine Berechtigung verlieh.

Mit Alex Beyrodt und Mat Sinner aus dem Primal Fear und Voodoo Circle-Umfeld hat sich Jorn zwei Profis an Bord geholt, die seine Stimme endlich in ein Gemisch aus Dio und Whitesnake einbetten sollen. Mit dem Titelsong gelingt dies auch direkt ziemlich gut. Der Opener beginnt mit gewitztem Riffing, das latent an den Dio-Song „Push“ erinnert, bevor der positiv gestimmte Refrain leichte Thin Lizzy-Reminiszenzen aufkommen lässt. Auch bei „Hammered To The Cross“ überzeugt vor allem Beyrodt mit Riffs und Soli, die Keyboards von Alessandro Del Vecchio hätte man etwas weniger cheesy gestalten können.

Schneller und dunkler ertönt „Love Is The Remedy“, das in der Strophe Jorns Stimme bestens in Szene setzt, bevor der Chorus dann doch etwas enttäuscht und allenfalls solide ist. Schade, hier hätte man deutlich mehr rausholen können. Nach der Powerballade „Dreamwalker“, tönt „Fire To The Sun“ dann sehr deutlich nach neueren Whitesnake, gepaart mit europäischen Metalanleihen. Die schnellen Gitarrenriffs und die aggressive Stimme harmonierren erneut bestens und zeigen, dass die Hardrock-Stücke besser zu Lande passen, als Powermetalsongs. Einziger Wermutstropfen ist das überproduzierte und doch eher klinisch klingende Schlagzeuggeballer. Allerdings darf man von einer Frontiers-Produktion wohl nichts anderes erwarten.

Direkt danach schließen sich mit dem deutlich härteren, in Black Sabbath und erneut Dio-Gefilden wildernden „Insoluble Maze“ und dem bluesig-angehauchten „I Walked Away“ die nächsten Höhepunktn an. In ersterem wird straight und geradeheraus gerockt was das Zeug hält und selbst die 80’s-Keyboards in der Bridge fügen sich bestens ein, während Lande im Folgenden zeigt, dass er auch ruhigere Nummern beherrscht. Auch der Rest des Albums kann sich hören lassen. Die schon erwähnten Vorbilder stehen weiterhin Pate, „Devil To The Sun“ lässt noch leichte Dokken-Einflüsse zu, bei „Blackbirds“ könnte man zu Beginn allerdings wirklich denken, dass hier David Coverdale singt.

Die Neuformierung der Band ist dem 49-jährigen geglückt. Wenn auch die Produktion etwas organischer klingen könnte, ist es vor allem Alex Beyrodt, der mit passenden Riffs dazu beiträgt einen deutlichen Unterschied zu früheren Jorn-Alben zu schaffen. Mit „Man Of The 80’s“ findet sich auch nur ein richtiger Langweiler auf „Life On Death Road“. So kann es weitergehen.

Anspieltipps:

  • Life On Death Road
  • Fire To The Sun
  • Insoluble Maze (Dreams In The Blindness)
  • I Walked Away
  • Blackbirds

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