Dan Auerbach - Waiting On A Song - Cover
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Dan Auerbach Waiting On A Song


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Jenseits der Erwartungen: „Waiting On A Song“ ist anders ausgefallen als anzunehmen war.

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Dan Auerbach, Frontmann von The Black Keys und The Arcs ist bisher eher mit deftig-stechendem, bluesig-swingendem Garagen-Rock, rau-derbem R&B, flirrendem Psychedelic-Rock sowie kurzen Ausflügen in Folk- und HipHop-Gefilde in Erscheinung getreten. Mit seinem zweiten Soloalbum „Waiting On A Song“ nach „Keep It Hid“ aus 2009 schlägt er allerdings vorwiegend davon abweichende Töne an.

Dan war nie als reiner Purist unterwegs. Soul und Funk konnten zum Beispiel genauso in seinen Songs verortet werden wie auch Pop-Strömungen. Diese waren auf dem ersten Solo-Album allerdings noch die Ausnahme und längst nicht so stark ausgeprägt wie auf „Waiting On A Song“. Der namensgebende Song eröffnet die Platte geschmeidig und luftig. Das milde, leichtfüßige Lied wurde mit moderaten Southern-Rock-Gitarren-Riffs ausgestattet, die für aufmunternde Sticheleien sorgen. Der melodisch bewegliche Southern-Soul von „Malibu Man“ strahlt durch flirrende Streicher-Einlagen sowohl Eleganz wie auch Harmonie in Anlehnung an Al Green aus. Die flotten, gut gelaunten Tracks „Livin' In Sin“ und „Shine On Me“ werden durch Rockabilly-Rhythmen angetrieben. Als Referenz können dabei The Traveling Wilburys herangezogen werden.

Bei „King Of A One Horse Town“ entstehen durch die Streicher-vernebelten, beschaulichen Orgel- und Keyboard-Passagen verträumte Stimmungen. Die verschachtelte Melodieführung lässt an einige Wilco-Songs denken. Auch der unverkrampfte Country-Folk von „Never In My Wildest Dreams“ erinnert an Jeff Tweedy & Co.. „Cherrybomb“ überzeugt als raffinierter Hybrid aus James Bond-Soundtrack-Themen, karibischen Rhythmen und Funk-Pop. Aufbauender, positiv geladener Bubblegum-Pop stand als Basis-Konzept hinter „Stand By My Girl“. In den 1960er Jahren wäre das Lied wahrscheinlich ein solider Hit geworden. Sanfter Soul umkränzt „Undertow“ und lässt den Titel in cremigen Noten erscheinen. Das abschließende „Show Me“ gehört eindeutig zu den radiotauglichen, sommerlich-vergnügten Songs des Albums.

Beinharte The Black Keys-Fans werden sich wahrscheinlich mit den beschwingten, größtenteils sonnigen Liedern schwer tun, weil solch eine Entwicklung eigentlich nicht in dieser Konsequenz von Dan Auerbach erwartet werden konnte. Wer aber einen gut gemachten Pop-Song zu schätzen weiß, der wird den Wert der Kompositionen anerkennen. Auerbach hat durch seine Produzententätigkeit für z.B. Lana Del Reyoder Ray LaMontagne seinen Horizont erweitern können und stellt diese Erkenntnisse jetzt zusätzlich in den Dienst seiner eigenen Arbeiten.

Es gibt kaum etwas Anspruchsvolleres, als Kompositionen zu verfassen, die das Zeug zum Evergreen haben und damit eine Balance zwischen Eingängigkeit und Anspruch aufweisen, die dafür sorgt, dass die Lieder nicht altern. Dan sondert auf „Waiting On A Song“ unter anderem mit Hilfe der Gäste John Prine, Duane Eddy oder Mark Knopfler einige Vorlagen ab, die sich um diese Meisterschaft bewerben. Ein nicht von der Hand zu weisender Wermutstropfen ist jedoch die geringe Laufzeit des Werks: Dan Auerbach speist seine Hörer mit lediglich 33 Minuten Musik ab. Das ergibt kein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Anspieltipps:

  • Waiting On A Song
  • Malibu Man
  • King Of A One Horse Town
  • Cherrybomb
  • Stand By My Girl

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