Danzig - Black Laden Crown - Cover
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Danzig Black Laden Crown


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
2.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gute Songs, aber der alte Glenn ist zu geizig, um in einen guten Klang zu investieren.

Alleine während seiner kurzen Zeit bei den Misfits hat Glenn Danzig schon Musikgeschichte geschrieben. Letztes Jahr kam es dann sogar zu einer Live-Reunion, weitere Shows sind nicht ausgeschlossen. Nach dieser einflussreichen Zeit hat Danzig auch eine äußerst erfolgreiche Solokarriere gestartet, „Mother“ lief wohl auf jeder Jugendraumparty, die allerdings in den letzten Jahren etwas ins Stocken geraten ist. Sieben Jahre nach dem guten, aber unter einem durchschnittlichen Sound leidenden „Deth Red Sabaoth“ kommt nun das neue Album „Black Laden Crown“. Die vor genau anderthalb Jahren veröffentlichte Coverauswahl „Skeletons“ ließ allerdings leider schon erahnen, was nun Gewissheit wird: in puncto Sound geht es noch weiter bergab.

Die Produktion hat Glenn wieder selbst übernommen und man fragt sich warum? Das Debüt, produziert von Rick Rubin, hatte einen staubtrockenen, aber auch klaren und ausdifferenzierten Klang und gerade heutzutage bekommt man mit einfachen Mitteln schon einen brauchbaren Klang. „Black Laden Crown“ ist in dieser Hinsicht eigentlich eine Frechheit. Der Titelsong kann den Sound in seinem unsteten, schleppend-schwermütigem Gewand noch irgendwie kaschieren, wenn man allerdings genau hinhört, hört man die fehlenden Fähigkeiten raus. Neben dem lauten Gesang und Akkordmatsch, gehen die Leadgitarren stellenweise dermaßen unter, dass man ein Hörgerät braucht um sie wahrzunehmen. Dazu kommt, dass der Song etwas eintönig erklingt und erst nach viereinhalb Minuten die Handbremse gelöst wird. „Devil On Hwy 9“ ist straighter und besser durchstrukturiert und lässt die alte Klasse aufblitzen.

„The Last Ride“ hinterlässt den Hörer mit einem lachenden und einem weinenden Ohr. Riffs, Stimme, Hooks, Athmosphäre. Alles spasst, nur klingt der Song als würde man vor der geschlossenen Tür eines Proberaums stehen. Das düstere „The Witching Hour“ und das an Sabbath erinnernde „But A Nightmare“ wissen ebenso zu gefallen, wie das mit harten Riffs und Tempowechseln ausgestatte „Blackness Falls“. „Pull The Sun“ wirkt melancholisch, und lechzt geradezu danach an einem lauen Sommerabend in die Playlist aufgenommen zu werden.

Wäre da nicht dieser Klang, der wahrscheinlich alle Anwesenden stutzig machen würde. Musikalisch macht Danzig vieles richtig und auch stimmlich ist er offensichtlich auf der Höhe. Warum er sich allerdings partout keinen Produzenten leisten will, verstehe wer will. Dass seine Mitmusiker Tommy Victor (Prong) an Gitarre oder der frühere Type 0 Negative-Drummer Johnny Kelly ihm nicht ins Gewissen reden verwundert ebenso. Da kann Danzig noch so gute Songs schreiben, mit einer solchen Demoqualität lockt er niemanden hinter dem Ofen hervor.

Anspieltipps:

  • The Last Ride
  • The Witching Hour
  • Pull The Sun

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