The Charlatans - Different Days - Cover
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The Charlatans Different Days


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu inkonsequent im Songwriting, zu viele nervige Elemente. Ein Totalausfall ist „Different Days“ zwar nicht, dennoch enttäuschend.

Etwas mehr als zwei Jahre nach „ Modern Nature“ melden sich The Charlatans mit einem neuen Album zurück. In Deutschland seit jeher eher ein Insidertipp konnte sich die Band im Vereinigten Königrech im Zuge der Britpop-Welle Anfang der 90er Jahre einen Namen machen. Etliche Top-40-Platzierungen, einige Top-Ten-Singles und gar drei Nummer-Eins-Alben hat die Band in ihrer Vita stehen, zudem verdingt sich Sänger Tim Burgess mittlerweile als erfolgreicher Autor. Das neue Album hört auf den Namen „Different Days“ und zeigt die Band vermeintlich auf der Höhe der Zeit.

„Hey Sunrise“ beginnt als Akustikballade, um in einen Indie-Electronic-Song zu münden. Aufgeschlossen und variantenreich waren die Charlatans schon immer, hier verzettelt sich die Band jedoch. Die überaus nervige Hook, sowie die überladenen eletronischen Spielereien liefern nicht den erhofften Effekt des Ohrwurms. „Solutions“ ist ein auf einem Orgelteppich daherfliegender Britpopper, der latent an Avantgarde-Rock der 70er erinnert, aber auch hier will der Gegensatz zwischen treibendem Rhythmus und schleppender Gesangsmelodie nicht zünden. Der Titelsong klingt im Anschluss fast genauso, allerdings zeigen sich hier vor allem im Refrain und dem anschließenden Instrumentalteil erstmals durchdachte Momente.

Dann wird es besser. „Plastic Machinery“ wirkt rockiger und erinnert an eine Mischung aus Oasis und den Manic Street Preachers, wobei auch die latenten Tex-Mex-Gitarren im Hintergrund zu überzeugen wissen. „Not Forgotten“ und „There Will be Chances“ liefern Britpop im Geiste der Stone Roses und erst mit „Over again“, ist es dann, nun ja, wieder vorbei. Die überdrehten Melodien und Beats sind etwas zu viel des Guten, aber auch nicht überdreht genug, um irgendwie innovativ zu wirken. „The Same House“ folgt diesem Muster und im letzten Drittel des Albums ist nur noch „Let’s Go Together“ erwähnenswert, dass schwelgerischen und hoffnungsvollen Pop bietet.

„Different Days“ ist sicher kein Album, das beim ersten Hören im Ohr hängen bleibt, aber einige Songs wollen auch mit der Zeit einfach nicht zünden. Zu inkonsequent sind die Ideen, zu abgedreht und nervig die Hooklines oder Effektspielereien. Dass es die Herren um Tim Burgess besser können, zeigen sie auch auf diesem Album, nur leider zu selten.

Anspieltipps:

  • Plastic Machinery
  • Not Forgotten
  • There Will Be Chances

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