Joe Bonamassa - Live At Carnegie Hall: An Acoustic Evening - Cover
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Joe Bonamassa Live At Carnegie Hall: An Acoustic Evening


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 95 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die zweite Auflage des akustischen Bonamassa.

Im Jahr 2013 erschien mit Joe Bonamassas erstem Akustik-Live-Album „An Acoustic Evening At The Vienna Opera House“, eine seiner erfolgreichsten Veröffentlichungen. Im letzten September kam mit „Live At The Greek Theatre“ seine Huldigung an die drei Kings des Blues (Albert, B.B. und Freddie) auf den Markt, im Jahr 2015 erschienen mit „Muddy Wolf At Red Rocks“ und „Live At Radio City Music Hall“ gleich zwei Live-Alben. Nun erfährt die Akustikperformance mit „Live At Carnegie Hall“ eine Neuauflage. Angesichts einer baldigen Veröffentlichung des neuen Black Country Communion-Albums, eine neue Soloplatte ist mit Sicherheit auch schon in der Pipeline, fragt man sich, ob es der Amerikaner wirklich darauf anlegt, dass man einen Bonamassa-Overkill bekommt.

Klar es gibt neue Songs, eine neue Begleitmannschaft, (u.a. Eric Bazilian von den Hooters oder die Streichinstrumentalistin Tinao Gua), aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass man aus jeder Tour eine Art Event fabriziert, die es auszuschlachten gilt. Musikalisch sind die beiden Konzerte, welche im Januar 2016 aufgenommen wurden, natürlich auf hohem Niveau. Allerdings haben sich dieses Mal auch einige Längen und Schwächen eingeschlichen. Nach dem flotten Start mit „This Train“ und dem ruhigeren, aber sehr atmosphärischen „Drive“, ist „The Valley Runs Low“ ein erster Downer. „Dust Bowl“, „Driving Towards The Daylight“, auch im Original eher balladesk, kommen gut und vor allem Eric Bazilian kann mit Banjo oder Flöte noch neue Akzente stiften.

Augerechnet „Blue And Evil“, normalerweise ein harter Nackenbrecher, ist dann ein einziger Reinfall. Angereichert durch einen neuen und sehr nervigen Background-Chor, fehlt dem Song in dieser Form jegliche Intensität und Aggressivität. Die Gitarrensalven aus „Woke Up Dreaming“ werden im Zusammenspiel mit einfallslosem Cello leider komplett übertönt, da helfen auch die übertriebenen Reaktionen des Publikums nichts, das gefühlt bei jedem Anflug eines Solos komplett am durchdrehen ist. „The Rose“, oft gecovert, will leider gar nicht zu Joe Bonamassa passen. Hier hat sich Produzent Kevin Shirley, der den Song auswählte, ganz schön verkalkuliert. Schon immer ein Song der die Kitschgrenze nur knapp touchiert, vielleicht auch übertritt, trieft er hier vor Schmalz.

Musikalisch kann sich Bonamassa eigentlich nichts vorwerfen, handwerklich ist das Konzert oberste Klasse. Auch bietet er seinen Fans einen gehörigen Mehrwert. Ton und Bild sind hervorragend, auf der DVD ist auch ordentlich Bonusmaterial vorhanden. Aufgrund der vielen Livealben bleibt allerdings ein fader Nachgeschmack, zumal hier erstmals bei seinen Liveveröffentlichungen einiges nicht zünden will.

Anspieltipps:

  • This Train
  • Drive
  • Song Of Yesterday

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