Roger Waters - Is This The Life We Really Want? - Cover
Große Ansicht

Roger Waters Is This The Life We Really Want?


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Moralist Roger Waters hat ein Pink-Floyd-Album im Stil der späten 70er Jahre geschrieben und nimmt darauf US-Präsident Donald Trump aufs Korn.

Die Pink-Floyd-Legende Roger Waters bringt im hohen Alter von 73 Jahren mit „Is This The Life We Really Want?“ tatsächlich noch mal ein neues Studioalbum auf den Markt und hat darauf richtig etwas zu sagen. Es ist das erste Studioalbum seit dem Konzeptwerk „Amused To Death“ aus dem Jahr 1992. Die Aufnahmen fanden in den United Recording (Los Angeles), Five Star Recording (Columbus), Electric Lady (New York) und Wack Formula Studios (London) statt und wurden von Kult-Produzent Nigel Godrich (Radiohead, Beck, U2, Paul McCartney, R.E.M.) beaufsichtigt.

Die inhaltliche Inspiration des Albums geht zurück bis in das Jahr 2009, als die Amtszeit von US-Präsident George W. Bush auf das Ende zuging und Roger Waters sich mit den Folgen der Bush-Politik und den vorherrschenden unsicheren Zeiten auseinandersetze. Mit der Politik des aktuellen US-Präsidenten sieht es allerdings auch nicht besser aus. Donald Trump ist für Roger Waters ein rotes Tuch. Dadurch konnte er mit den alten Textgrundlagen mühelos eine Basis für eine Zustandsbeschreibung des Hier und Jetzt schaffen. Und diese sieht nicht besser aus, als vor acht, zwölf oder fünfzehn Jahren.

Dennoch ist das erst vierte Soloalbum von Roger Waters kein anstrengendes, in sich verschachteltes Konzeptalbum im herkömmlichen Sinn geworden. Der 73-Jährige hat vielmehr ein Pink-Floyd-Album im Stil der späten 70er Jahre geschrieben („Wish You Were Here“, „Animals“, „The Wall“) und nimmt darauf neben Gott, Krieg, Terror, Fanatismus und den American Dream, insbesondere Donald Trump („A leader with no fucking brain“) aufs Korn, an dem er kein gutes Haar lässt („We will not listen to your bullshit and lies“).

Schon mit dem Opener „When we were young“ gibt Waters den Sound des gesamten Albums vor. Immer wieder verwendet er in und zwischen den Songs seine so geliebten Radio- und Spoken-Word-Schnipsel, er verarbeitet in der Folgezeit diverse Samples von Hunden, pumpenden Herzen, tickenden Uhren, schreienden Möwen und der Stimme von Donald Trump und kombiniert diese mit Orchester- und Synthesizerspuren sowiwe mit Pianoparts und Akustik- und E-Gitarren zu einem dramatischen, mit viel Pathos angereicherten Klang-Cocktail. Damit ist Roger Waters nicht nur so dicht am Sound seiner alten Band dran, wie es nur geht, sondern auch auf kompositorischer Seite in Gefilden, die Pink Floyd zuletzt etwas abgegangen sind.

Dabei sprechen wir nicht von potenziellen Single-Tracks. Die sind auf „Is This The Life We Really Want?“ eher nicht zu finden. Dafür stimmen Dramaturgie und Atmosphäre, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und den Hass-Tiraden gegen Donald Trump eine wohlklingende Bühne bieten. Dies alles ist durch und durch retro und auch deshalb genau das, was sich Pink-Floyd-Fans auf die alten Tage ihres Idols wünschen konnten.

Anspieltipps:

  • Picture that
  • Wait for her
  • Smell the roses
  • The last refugee
  • Part of me died
Neue Kritiken im Genre „Art-Rock“
6.5/10

The Lover, The Stars & The Citadel
  • 2016    
7.5/10

Stand Up (The Elevated Edition)
  • 2016    
Diskutiere über „Roger Waters“
comments powered by Disqus