Flogging Molly - Life Is Good - Cover
Große Ansicht

Flogging Molly Life Is Good


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Etwas gemäßigter und mehr auf musikalische Tradtition achtend.

In den 80er Jahren gab Flogging Molly-Frontmann Dave King an der Seite von Ex-Motörhead-Gitarrist Fast Eddie Clarke den Hardocker bei Fastway. Seit nunmehr 20 Jahren gibt es von ihm und seinen Mitstreitern folkig-keltisch angehauchten Punkrock zu hören. „Life Is Good“ ist das neue Werk der Band aus Los Angeles. Sechs Jahre nach „Speed Of Darkness“ ist es trotzdem erst das sechste Album der Amerikaner, aufgenommen wurde es in Dublin.

Irish-Folk spielt schon immer eine große Rolle bei Flogging Molly. Die kurze, keltische Intronummer „Theres Nothing Left Part 1“ macht dies direkt wieder deutlich. Traditionell arrangiert mit Akustikgitarren, Fiddle oder Whistle zeigt man, dass man den Ursprüngen gerecht wird. Deutlich flotter geht es im darauffolgenden „The Hand Of John L. Sullivan“, über den gleichnamigen Boxer, der erster offizieller Schwergewichtsweltmeister wurde, zur Sache. Der Song lässt die Lust auf ein Guinness ins Unermessliche steigen, wenn auch die verzerrten Gitarren eher dezent im Hintergrund zu vernehmen sind.

Ebenso flott, aber auch nicht wirklich punkig gerät „Welcome To Adamstown“. Die Bläsersätze mit ihrem deutlichen Mariachi-Einfluss, bringen allerdings eine schöne Abwechslung und lassen das Lied spannend und überraschend wirken. Auch im Titelsong, einer Gute-Laune-Nummer für Pubabende, ertönen solche Mariachi-Anklänge. Insgesamt kommt die Platte sehr eingängig daher. „Reptiles (We Woke Up)“ kann man mit seiner poppigen Ausführung zwischen den Hooters und Springsteen ansiedeln, leichtes Punkfeeling kommt durch die Gitarrenaufteilung in Powerchords und Offbeatakzente in „The Days We’ve Yet To Meet“ zum Vorschein. Refrains die ins Ohr gehen, sind aber in fast jedem Song zu finden.

„The Guns Of Jericho“ ist auch eher gemäßigt, aber Dave King, mittlerweile 55, wird auch nicht jünger. Sehr traditionell beginnt „Crushed“, um sich dann allerdings in einen stampfenden Folkrocker zu verwandeln. Durch das Riffing und Gitarrensolo hört man hier die Hardrockvergangenheit des Frontmannes dann doch mal raus. In „The Bride Wore Black“ gibt es nich mal einen solchen Anflug von großen Rockgesten, „Until We Meet Again“ mit Akkordeon und Mandoline ist da schon wieder klassischer gehalten.

Im Gegensatz zu ihren Bostoner Kollegen Dropkick Murphys, waren Flogging Molly schon immer etwas melodischer und filigraner. Diesen Weg geht die Band mit „Life Is Good“ weiter, wodurch sie eher nach den Pogues, denn Punk klingen. Es knallt nicht mehr so sehr wie früher, allerdings gibt es auch keinen richtigen Füller. Den einen oder anderen Ausbruch a la „Crushed“, oder gerne auch etwas schneller, hätte man sich trotzdem gewünscht.

Anspieltipps:

  • The Hand Of John L. Sullivan
  • Welcome To Adamstown
  • Crushed (Hostile Nations)
  • The Bride Wore Black

Neue Kritiken im Genre „Punkrock“
9/10

London Calling (40th Anniversary Edition)
  • 2019    
Diskutiere über „Flogging Molly“
comments powered by Disqus