Stone Sour - Hydrograd - Cover
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Stone Sour Hydrograd


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach etwas laschem Beginn mausert sich „Hydrograd“ noch zu einem guten und abwechslungsreichen Album.

Obwohl Corey Taylor in den letzten Jahren immer mehr mit Kommentaren in seinen sozialen Kanälen zu jedem sich vorstellbaren Thema von sich Reden macht, findet er doch noch genügend Zeit Musik zu machen. Slipknot liegen zwar seit dem letzten Album 2014 und dazugehöriger Tour auf Eis, Stone Sour erscheinen dagegen relativ umtriebig. 2012 und 2013 erschien das Doppelpack „House Of Gold & Bones Part1“, respektive „Part 2“, und nach den in den letzten beiden Jahren erschienenen Cover-EPs „Meanwhile In Burbank“ und „Straight Outta Burbank“ erscheint dieser Tage mit „Hydrograd“ das neue Album der Amerikaner, das erste mit Gitarrist Christian Martucci, der Taylors Slipknot-Kollegen Jim Root 2014 ablöste.

Diese Cover-EPs scheinen sich auch im Songwriting niedergeschlagen haben. Nach einem Intro, ertönt „Taipeh Person/Allah Tea“ zum Teil nach Metallica (Pre-Chorus), zum Teil nach Slayer (Bridge). Dazwischen gibt es einen eingängigen Refrains und Riffs die doch eher austauschbar sind. So geht es mit „Knievel Has Landed“ weiter. Lasche Riffs, die keinen hinter dem Ofen hervorlocken. Der Titelsong kann da schon mehr. Überzeugendes Riffing, das Alternative Rock und Heavy Metal gekonnt miteinander verbindet und Martucci kann mit coolen Gitarrenlicks überzeugen. „Song #3“ ist dann ein eingängiger Alternative-Rocker, der zeigt, dass Corey Taylor ein ziemlich guter Sänger sein kann, wenn er sich auf Melodien besinnt.

„Fabuless“ ist dann deutlich härter, kommt aber bis auf die etwas platten Textzitate von Led Zeppelin und den Stones („It’s been a long time, since I‘ve rock’n’rolled, it’s only Rock’n’Roll but I like it“) ziemlich gut rüber. „The Witness Tree“ wäre im Prinzip eine typische Semiballade, allerdings verstehen es Stone Sour mit psychedelischen Anklängen einen interessanten und eindringlichen Song zu schaffen. Danach steht Hardrock im Vordergrund, mal eher groovend („Red Rose Violent Blue“), mal stampfend und straight („Thank God It’s Over“, mit erneut ziemlich coolem Gitarrensolo), bevor „St. Marie“ als lupenreine Countryballade samt Lapsteel überrascht. Etwas härter tönt „Whiplash Pants“, das voll auf die Zwölf geht und Alice In Chains mit Pantera erinnert, ähnlich das mit vielen Stimmungs- und Rhythmuswechseln ausgestattete „Friday Knights“.

Stone Sour gehen einen weiteren, deutlichen Schritt Richtung Hardrock. Der Anteil von Taylors Growls geht beinahe gegen Null und im Prinzip hat er Recht, denn mit Slipknot lebt er diese Seite schon genügend aus und er ist ein zu guter Sänger um seine normale Stimme nicht einzusetzen. Nach eher laschem Beginn entwickelt sich „Hydrograd“ doch noch zu einem abwechslungsreichen und modernen Hardrockalbum mit allen Anleihen, derer man sich dieser Tage bedienen kann.

Anspieltipps:

  • Song #3
  • The Witness Tree
  • Thank God It’s Over
  • Friday Knights

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