Johannes Oerding - Kreise - Cover
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Johannes Oerding Kreise


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Johannes Oerding wärmt sein Erfolgsrezept auf „Kreise“ zum nunmehr fünften Mal auf.

Im verlässlichen Zweijahresrhythmus liefert Johannes Oerding auch in diesem Jahr mit „Kreise“ ein neues Studioalbum ab. Die Zeit dazwischen wird durch den kontinuierlich steigenden Erfolg für die Veröffentlichung von Live-Longplayern genutzt, sodass der 35-Jährige inzwischen bei stolzen sieben Album-Veröffentlichungen angelangt ist. Dabei gilt es heuer mit „Kreise“ den überraschenden Platin-Erfolg des Vorgängers „Alles brennt“ (01/2015) mindestens zu wiederholen, obwohl dieser die Erwartungen vielleicht in etwas ungesunde Höhen geschraubt hat. Aber warum sollten wir in Deutschland nicht auch eine Art Kommerz-Ed-Sheeran haben, der Platten verkauft wie geschnitten Brot und dabei trotzdem noch sympathisch bleibt.

An den musikalischen Rahmenbedingungen hat sich für „Kreise“ kaum etwas geändert. Das Team hinter dem bodenständigen Star ist weitgehend zusammengeblieben und es produzierte erneut Mark Smith (u.a. AK4711, No Angels, Kate Hall, Alexander Klaws, Cinema Bizarre). Damit ist der Weg geebnet für die nächste Evolutionsstufe in Johnny Oerdings Songwriter-Radio-Pop-Kosmos, der auch diesmal nicht auf tiefgründige Texte baut und stilistisch ebenfalls eher simpel unterwegs ist. Doch wie wir sehen und hören, funktioniert diese Formel, um den Massengeschmack zu treffen.

So taucht Johannes Oerding mit Stücken wie „Hundert Leben“, „So schön“ oder auch „Unser Himmel ist derselbe“ in allen Belangen wie gewohnt nicht sehr tief. Wie nach einem Baukastenprinzip erklingt dabei immer wieder eine Akustikgitarre („Die Zeit nach der Zeit danach“), wir hören große Chöre („Nur unterwegs“) und hier und da ein Piano aufspielen („Freier Fall“). Das alles wird verpackt in gefällige Rhythmen („Zieh dich aus“) und Melodien („Love me Tinder“), die frei von Ecken und Kanten wie gemacht sind für den Einsatz im Mainstream-Radio.

Verwerflich ist dieses etwas starre und vorhersehbar Prozedere nicht. Selbst dann nicht, wenn Johannes Oerding etwas ungelenk Prince imitiert („Zieh dich aus“), ganz offenbar seine Beziehung zu Ina Müller (51) thematisiert („Zwischen Mann und Kind“), die ach so gefragten Beatgees („Kreise“) und Samy Deluxe als Texter mitwirken lässt („Weiße tauben“). Doch leider geht dem Ganzen total die Spannung ab, die ein Album benötigt, um nicht nur nebenbei gehört zu werden und damit dem Durchschnitt zu entwachsen.

Anspieltipps:

  • Kreise
  • Freier Fall
  • Weiße Tauben
  • Love me Tinder
  • Leuchtschrift (Große Freiheit)
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