Olli Banjo - Großstadtdschungel - Cover
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Olli Banjo Großstadtdschungel


  • Label: Bassukah/Delta Music
  • Laufzeit: 67 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Olli Banjo wandelt weiter zwischen Nostalgie und hochmodernen Themen. Hauptsache ist, dass die Popkultur nicht zu kurz kommt.

Wer die Videospielreihe FIFA und die Kinder von Bullerbü in einem Atemzug nennt, der definiert sein Leben über Popkultur. Innerhalb der ersten zwei Tracks leert Olli Banjo den Popkultur-Keller und fördert mit Astrid Lindgren und Wikileaks Themen zutage, die eine ordentliche Breite abdecken. Teils sorgt das dafür, dass Banjo derart auf das Abklappern von Themen und Referenzen konzentriert ist, dass die Tiefe fehlt. „Großstadtdschungel“ bietet von allem etwas, aber von nichts etwas Außergewöhnliches. Das beste Beispiel hierfür sind die Liebeslieder wie „Arschloch Dumme Sau“. Mit modernen Worten erzählt Banjo Standardgeschichten und spielt selbst damit, dass es sich um Klischees handelt. Das gesamte Album ist zwar kein Klischee, aber bedient sich dieser und tritt weder thematisch noch musikalisch aus vorhandenen Schatten heraus.

Ob vorsichtig am Pop orientiert oder deutlich auf HipHop fokussiert, „Großstadtdschungel“ hätte in dieser Form vor 15 Jahren erscheinen können. Allein die teils sehr aktuellen Texte erinnern Hörer daran, dass das Album aus dem Jahr 2017 stammt. Neben einigen Liebesliedern und allgemeinen, wenn auch wichtigen Botschaften wie in „Wir Sind Das Volk“ ist Olli Banjo am stärksten, wenn er persönlich ist. Wenn er „Charlie Brown“ als Metapher nutzt und entschlüsselt, ist der in Popkultur verliebte Musiker erkennbar. Selbst der komplett bescheuerte „Eidechsen Blues“ strahlt Persönlichkeit aus, die auf „Großstadtdschungel“ manchmal verloren geht.

Die Messages in „Skinhead“, „Wir Sind Das Volk“ und „Ballermann 5“ sind deutlich und gut verpackt, wirken allerdings ungewollt beliebig. Wie gut gemachte Schablonen könnten diese Tracks zu jedem Künstler passen. Olli Banjo verneigt sich vor vielen Künstlern und Themen, statt mehr davon zu berichten, wie er die Dinge sieht und fühlt. Gepaart mit einigen Macho-Anklängen und leider relativ müden Botschaften (z.B. „Bruce Willis“ und „Pass Ma Gut Zu“) bremst sich Olli Banjo selbst aus. Olli Banjo und seine Gäste reden von aktuellen Themen als wären Sie vor 15 Jahren geschehen. Die Antworten klingen zu oft wie Phrasen. Nostalgie erzählt zwar schöne Geschichten, bringt uns allerdings nicht voran. Wenn Banjo das erkennt, hat er weiterhin das Zeug von Bedeutung zu sein. Auf „Großstadtdschungel“ fehlt diese Erkenntnis zu oft, was hörbar ins Gewicht fällt.

Anspieltipps:

  • Charlie Brown
  • Wir Sind Das Volk
  • Robin Hood

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