Rancid - Trouble Maker - Cover
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Rancid Trouble Maker


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

19 Songs sind gut gemeint, aber leider ein paar Nummern zu viel.

Drei Jahre nach dem letzten Studioalbum „Honor Is All We Know“ melden sich Rancid mit „Trouble Maker“ zurück. Produziert hat es erneut niemand geringeres als Bad Religion-Mastermind Brett Gurewitz, seit diesem Jahrtausend quasi Stammproduzent der Band. Ab Juli geht es mit den Bostoner Kollegen Dropkick Murphys auf Tour, hierzulande muss man sich außer ein paar Festivalauftritten noch gedulden.

Mit einem Motörhead-Riff in „Track Fast“ wird das Album eröffnet, nach knapp einer Minute, geht es über zum nächsten Song. So stellt man sich Punkrock vor. „Ghost Of A Chance“ ist nur unwesentlich länger und bietet melodischeren Punkrock, mit einer leichten Popnote. Noch mehr zeigt sich die poppige Seite in „Telegraph Avenue“. Die Akustikgitarren in der Strophe versprühen Sommerhitfeeling, allerdings gerät der Song trotzdessen, oder gerade deshalb, mit seinem „Nanananana“-Refrain etwas zu durchschaubar und unscheinbar. Viel besser kommt da der Titelsong daher. Flottes Tempo, melancholisches Single-Note-Riff, durchdachte „Aaaah aaaah“-Backgroundchöre, die unweigerlich an Bad Religion erinnern, mehr braucht es nicht um einen astreinen Punkrocksong zu schreiben.

Anschließend kommt zum richtigen Zeitpunkt etwas Abwechslung. „Where I’m Going“ bietet Ska, ein Rock’n’Roll-Gitarrensolo, ein Orgelsolo und eine „Fuck You“-Attitüde mit Zeilen wie „you don’t understand where I am or where I’ve been or where I’m going“. Mit kultigem Melodica-Intro wartet „Buddy“ auf, welches von der Gesangsakzentuierung klar an Social Distortion erinnert. Anschließend gibt es sperrigen, harten Punkrock („All American Neighborhood“, „This Is Not The End“) oder flotte Nummern die gut ins Ohr gehen („Make It Out Alive“, „I Got Them Blues Again“). Mit coolem Intro-Lick beginnt “I Kept A Promise”, das danach stark an Clash erinnert.

Allerdings ist nicht alles zwingend und überzeugend. Mitgröhl-Punkrock wie „Farewell Lola Blue“, das austauschbare „Molly Make Up Your Mind“ oder auch den zwischen AC/DC und Sweet anzusiedelnden Rock’n’Roll-Song „Bovver Rock And Roll“ hätte man sich ebenso sparen können, wie den mit nervigen Gang-Vocals ausgestatteten Midtempopunker „Say Goodbye To Our Heroes“. So bleibt ein fader Nachgeschmack bei „Trouble Maker“. Hätte man von den 19 Songs ein paar gestrichen, hätte es ein zwingendes und packendes Punkrockalbum werden können.

Anspieltipps:

  • An Intimate Close Up Of A Street Punk Trouble Maker
  • Where I’m Going
  • Make It Out Alive
  • I Kept A Promise

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