Haim - Something To Tell You - Cover
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Haim Something To Tell You


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Jahre nach dem gefeierten Debütalbum liegt nun das Zweitwerk der Haim-Schwestern vor.

Die drei aus Los Angeles stammenden Schwestern Este (Bass), Danielle (Gesang, Gitarre) und Alana (Gitarre, Keyboards) Haim starteten vor zehn Jahren ihre gemeinsame Band unter ihrem Familiennamen Haim. Doch erst 2012 nahm ihre Karriere so richtig Fahrt auf. Die Mädels im Alter von 25 bis 31 Jahren unterschrieben einen Majordeal mit Universal Music und erhielten einen Managementvertrag mit Jay-Zs Roc Nation. Damit waren die Weichen gestellt, um mit ihrem Debütalbum „Days Are Gone“ (09/2013) einen Angriff auf die weltweiten Mainstream-Charts zu starten. Dieser verlief durchaus respektabel mit einer Top-10-Platzierung in den USA sowie Platz 1 in Großbritannien, wo es bis heute knapp 300.000 Mal verkauft wurde.

Mit dem von der Presse gelobten „Days Are Gone“-Album war das Girl-Trio fast zwei Jahre auf Tournee. Das erklärt, warum erst jetzt, gut vier Jahre nach dem Debüt, das Zweitwerk „Something To Tell You“ auf den Markt kommt. Die Haim-Schwestern arbeiteten in verschiedenen Studios im heimischen Los Angeles zusammen mit Ariel Rechtshaid (Madonna, Adele, Kylie Minogue, Vampire Weekend), Rostam Batmanglij (Hamilton Leithauser, Charli XCX, Carly Rae Jepsen) und Michael „BloodPop“ Tucker (Kendrick Lamar, Ellie Goulding, Beyoncé) an dem Longplayer – immer wieder unterbrochen von Festival-Auftritten und anderen Live- und TV-Shows, die Haim als positive Ablenkung von der Studioarbeit ansahen. Vielleicht nahm es Este, Danielle und Alana auch etwas den Druck, das berühmte „schwere zweite Album“ aufzunehmen.

Auf „Something To Tell You“ präsentieren Haim eine Weiterentwicklung des von ihrem Debütalbum bekannten, modernisierten Westcoast-Pop, der sich viel bei Fleetwood Mac abgeschaut hat und entsprechend auf mehrstimmigen Gesang und ebenso eingängige wie fröhliche Melodien setzt. Das Schema der elf Songs ist dabei allerdings immer das Gleiche: Reichlich banale 08/15-Texte um Liebe, Lust und Leidenschaft werden in gefällig harmlose Pop-Hüllen verpackt, die zugegebenermaßen charmant arrangiert sind und deshalb niemanden wehtun. Zusammen mit den Gästen Dev „Blood Orange“ Hynes, Owen Pallett und Roger Joseph Manning Jr. (Jellyfish) entstanden so ein paar Stücke, die zumindest für einen Sommer genügend Halbwertszeit mitbringen dürften.

So hören wie mit „Walking away“ und „Ready for you“ u.a. Tracks, die sich dezenter R&B-Einflüsse bedienen oder mit „Nothing’s wrong“ und „Little of your love“ Lieder, die mit einer leichten Prise Country-Pop abgeschmeckt wurden. Am besten sind Haim aber immer dann, wenn sie in die Vergangenheit zurückblicken und den Sound ihrer Kindheitstage verarbeiten. Dann wird ungeniert 80er- (Fleetwood Mac) und 90er-Jahre-Feeling à la Wilson Phillips verbreitet („Something to tell you“, „You never knew“), so richtig die Sonne reingelassen und das Ziel des Albums erfüllt.

Anspieltipps:

  • Want you back
  • Nothing’s wrong
  • Kept my crying
  • Something to tell you
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