Prong - Zero Days - Cover
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Prong Zero Days


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein ziemliches Brett legen Prong hier vor. Trotzdem ist „Zero Days“ abwechslungsreich geraten.

Seit Jahren ist Tommy Victor die rechte Hand von Glenn Danzig, seine eigene Band Prong lief leider immer etwas unter dem Radar. Von Bands wie Korn oder den Nine Inch Nails werden sie als großen Einfluss genannt, die 1986 gegründete Kapelle war ihrer Zeit oft voraus und nahm Anfang der Neunziger einige Szene-Highlights auf. Nur etwa anderthalb Jahre nach ihrem letzten Longplayer „X – No Absolutes“ folgt nun schon das nächste Album „Zero Days“, wie immer produziert von Mastermind Victor persönlich.

Und dieser scheint wütend zu sein. Der Eröffnungsdreier besteht aus „However It May End“, „Zero Days“ und „Off The Grid“. Die sind harte Nackenbrecher und machen ordentlich Dampf. Thrash mit modernen Metalcore-Anleihen, hartem Double-Bass-Gewitter und Hochgeschwindigkeitssoli. Der Titelsong sticht allerdings deutlich heraus, wirkt er doch konsequenter und variabler im Songwriting. Twin-Leads stehen im Solo neben Licks aus dem Fegefeuer, insgesamt erinnert „Zero Days“ latent an Anthrax. „Divide And Conquer“ bringt dann eine deutliche Abwechslung. Eingängiger als die vorherigen Songs, wird der harte Alternative-Rocker zu einem Highlight des Albums.

Anschließend geben sich diese zwei Varianten die Klinke in die Hand. Mal liefern Prong ziemliche Brecher („Forced Into Tolerance“), mal sind sie fast Radiokompatibel („The Whispers“), wenn da die Musik nicht wäre. Doomig geht es bei „Self Righteous Indignation“ zur Sache, frühe Metallica blitzen in „Operation Of The Moral Law“ auf, industriell wird es bei „Wasting Of The Dawn“. Bei „Interbeing“ und „Rulers Of The Collective“ hört man wiederum woher auch Mastodon ihre Inspiration beziehen. Thrashige Elemente vermischt Tommy Victor gekonnt mit eingängigen Refrains und Alternative-Rock.

Obwohl „Zero Days“ ein ziemlich hartes Brett ist, ist es auch sehr abwechslungsreich. Thrash, Alternative, Doom oder Industrial. All diese Elemente vereint Tommy Victor auf einem Album. Darüber hinaus hat er es auch passend produziert. Staubtrocken, mit ordentlich Drive und fettem, aber klarem Sound. Da fragt man sich was bei den letzten beiden Danzig-Alben schief ging.

Anspieltipps:

  • Zero Days
  • Divide And Conquer
  • Interbeing
  • The Whispers
  • Rulers Of The Collective

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