Bleachers - Gone Now - Cover
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Bleachers Gone Now


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch das zweite Soloalbum des Fun.-Gitarristen ist wieder ein echtes Pop-Feuerwerk.

Mit „Strange Desire“ (08/2014) veröffentlichte der Fun.-Gitarrist Jack Michael Antonoff (33) vor knapp drei Jahren den ersten Longplayer seines Soloprojekt Bleachers, an dem u.a. John Hill, Vince Clarke, Greg Kurstin, Emile Haynie und Yoko Ono beteiligt waren. Das Album war ein poppiger, kunterbunter Gemischtwarenladen, der einfach Spaß machte und in den weltweiten Charts respektable Platzierungen erzielte.

Nachdem es seitdem noch immer kein neues Fun.-Album gegeben hat (die Gruppe liegt offiziell aus Eis) und auch Bandkollege Nate Ruess (35) mit „Grand Romantic“ (06/2015) inzwischen auf Solopfaden unterwegs ist, kehrt nun Jack Antonoff mit dem zweiten Bleachers-Album zurück. Auch hier standen wieder Emile Haynie, Vince Clarke, Greg Kurstin und John Hill als Partner zur Seite, flankiert von den Feature-Acts Julia Michaels, Sam Dew, Lorde und Carly Rae Jepsen.

Unter diesen Rahmenbedingungen knüpft Jack Antonoff alias Bleachers nahtlos an sein Solodebüt an und spinnt erneut einen völlig zwanglosen Reigen zwischen Eighties-Pop, R&B-Einflüssen und elektronischen Spielereien. Dabei legt der 33-Jährige ein Gespür für eingängige, nicht verbrauchte Melodien und Rhythmen an den Tag, dass es eine wahre Pracht ist. Aufgrund der dabei verwendeten hohen Tonlagen ist es kein Wunder, dass Antonoff immer wieder von weiblichen Kollegen wie Taylor Swift, Christina Perri oder auch Grimes nach Songs gefragt wird. Doch auch unter dem Bleachers-Mantel ist der Antonoff-Sound ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.

Wie schon auf seinem Debüt beschränkt sich Bleachers auf knappe 40 Minuten Spielzeit und macht damit alles richtig. Denn so kann sich das Dutzend Songs gar nicht erst in den Fallstricken belanglosen Füllmaterials verheddern. Dafür gefällt „Gone Now“ mit hymnischen Titeln wie „Don’t take the money“, „I miss those days“ und „Everybody lost somebody“, während ein Stücke wie „Goodmorning“ und „I‘m ready to move on / Mickey Mantle reprise“ mit Beatles-Inspirationen wuchern und belegen, dass Bläser in der aktuellen Popmusik total unterrepräsentiert sind.

Fazit: Aktuelle Popmusik kann so einfach sein und mit vermeintlich simplen Mitteln funktionieren. Jack Antonoff hat dieses Rezept verinnerlicht und in zwölf Songs angewendet, die dem Sommer einen musikalischen Kickstart geben.

Anspieltipps:

  • Foreign girls
  • Goodmorning
  • I miss those days
  • Don’t take the money
  • Everybody lost somebody
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