Beatsteaks - Yours - Cover
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Beatsteaks Yours


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Beatsteaks rocken wieder. Zumindest größtenteils. Bei 21 Songs muss der Hörer halt auch mal über einige Füller hinwegsehen.

Nach zwei Nummer-Eins-Alben in Folge, „Boombox“ von 2011 und „Beatsteaks“ aus dem Jahr 2014, haben sich die Herren aus Berlin erneut drei Jahre Zeit gelassen, um einen neuen Longplayer auf die Welt loszulassen. Diese großen Zeitabstände sind auch nötig, denn wenn man ehrlich ist, hat die Band seit „Limbo Messiah“ von vor zehn Jahren nur noch Halbgares veröffentlicht. Für das Album „Yours“ gibt es daher einen neuen Ansatz: Fast ein Jahr haben die Beatsteaks daran gearbeitet und sich einige namhafte Gäste eingeladen. Farin Urlaub, Jamie T, Deichkind, Stereo Total und Chad Price tauchen in den 21 Songs auf.

Den Anfang nehmen die Beatsteaks aber selbst in die Hand. „Break Down“ eröffnet „Yours“ überraschend punkig, frisch und kurzweilig. Auch das folgende „40 Degrees“ kommt mit seiner an Weezer erinnernden, hoffnungsvollen Melancholie gut daher, das flottere „You In Your Memories“ kann mit seiner Social-Distortion-Schagseite überzeugen. „Fever“ mischt den Sound der Kalifornier mit Oasis-Klängen, und das in Träumen schwelgende „Mrs. Right“ erinnert latent an Bands wie Dinosaur Jr..

„Abbadu“ stellt sich dann als eine Art „Premiere Reloaded" dar. Denn Arnim Teutoburg-Weiss singt erstmals seit dem „48/49“-Album (06/1997) wieder auf deutsch und hat sich dazu als Co-Texter und -Sänger einfach mal Farin Urlaub von Die Ärzte geangelt, dessen Mitwirken auch sehr deutlich wird. „The Gap“ rockt hart, „Sucker Punch“ punkig dreckig. Soviel zur rockigen Seite der Beatsteaks. Auf der anderen Seite stehen dann Songs mit Pop-, Electro-, Reggae- oder Indie-Schlagseite. Das funktioniert wie im groovig-tanzbaren und hitverdächtigen „Hate To Love“ mit Jamie T, ziemlich gut, auch wenn der Song etwas zu deutlich an The Clash angelehnt ist.

Der leichte Reggae-Unterton in „Filthy Crime“ kommt leider nicht sehr glaubwürdig rüber und das mit Elektrospielereien versehene „I Do“ hat eine nervige Grundausstrahlung. Dennoch: Beides Songs, die Hits werden könnten. Auch der Titelsong wirkt mit fuzzigem Bass, psychedelischem Synthies und Rage-Against-The-Machine-Anleihen etwas diffus. Dagegen tönt die Deichkind-Kollabo recht lässig aus den Boxen, wirkt aber wie auch einige andere Stücke (siehe: „Policoro“, „Come On And Get Some“) ziemlich austauschbar. „Summertime“ wiederum ist typische Beatsteaks Hitware.

Fazit: Auf „Yours“ bieten die Berliner vor allem viel. Abwechslungsreich, von Rock bis Pop, dürfte das Album im Prinzip sowohl alte als auch neue Fans zufriedenstellen, wären da nicht einige wirkliche Füller und Ausfälle. Da die guten Songs aber deutlich in der Überzahl sind, lässt sich darüber hinwegsehen. Denn allein der Umstand, dass die Beatsteaks über weite Teile des Albums wieder richtig rocken, hinterlässt ein positives Gefühl.

Anspieltipps:

  • Break Down
  • You In Your Memories
  • Fever
  • Hate To Love
  • Abbadu
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