Triggerfinger - Colossus - Cover
Große Ansicht

Triggerfinger Colossus


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Colossus“ scheinen sich die Belgier zu viel vorgenommen zu haben.

Von diesen drei finster dreinblickenden Typen aus Belgien hätte man vielleicht äußerlich Musik erwartet, die so klingt wie die Protagonisten aussehen. Düster, laut, brechend. Hier in Deutschland sind Triggerfinger vor allem aufgrund ihrer „I Will Follow“-Covers bekannt, in ihrem Heimatland dagegen, wird die Band mit Gold- und Platin-Alben ausgezeichnet. Drei Jahre nach dem von der Kritik gut aufgenommenen Album „By Absence Of The Sun“, das Stoner und Alternative miteinander verband, folgt nun mit „Colossus“ der nächste Output.

Der Titelsong eröffnet das Album flott, rockend und lässig. Musik und Stimme von Sänger Ruben Block orientieren sich etwas an Kyuss respektive John Garcia, ohne dabei den Werdegang der Queens Of The Stone Age und ihren mitunter poppigen Appeal aus den Augen zu verlieren. Schade, und das ist ein großer Kritikpunkt, dass der Refrain dermaßen einfallslos ausgefallen ist. „Flesh Tight“ überzeugt dagegen genau mit einem eingängigen Chorus. Anschließend vermischen die Herren aus Antwerpen QOTSA mit den Arctic Monkeys („Candy Killer“), mischen dazu noch einen Hauch der Black Keys („Upstairs Box“) oder vereinen die Foo Fighters mit den Manic Street Preachers („Breathlessness“).

Das hauptsächlich akustisch gehaltene „Afterglow“ bringt etwas Abwechslung, während das beat-lastige, beinahe an die neueren und schlechteren Muse erinnernde „That’ll Be The Day“ leider überhaupt nicht zu überzeugen weiß. Vergleiche mit Matt Bellamy ruft auch das an „Nutbush City Limits“ angelehnte „Bring Me Back A Live Wild One“ hervor, das zwar Rock’n’Roll-Spirit heraufbeschwören zu versucht wirklich gelingen will dies allerdings nicht. Den Abschluss machen den mit Elektrospielereien versehenen Totalausfall „Steady Me“ und das allenfalls in seiner Diskontinuität witzige „Wollensak Walk“.

Nach einem guten Start verfällt „Colossus“ immer mehr in undurchdachte Spielereien mit viel zu vielen Referenzen. Es klingt als könne sich die Band nicht entscheiden was sie genau machen will. Einzelne Songs funktionieren mitunter, auf Albumlänge weiß die Band allerdings nicht zu überzeugen, zu viel Durchschnitt mischt sich in ihre Songs.

Anspieltipps:

  • Flesh Tight
  • Breathlessness

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Niente
  • 2017    
Diskutiere über „Triggerfinger“
comments powered by Disqus