Hans Maria Richter - Die Welt Zu Gast Beim Feind - Cover
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Hans Maria Richter Die Welt Zu Gast Beim Feind


  • Label: Chateau Lala/Broken Silence
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein romantischer Blick zurück in die seligen deutschsprachigen Indie-Pop-Tage der Neunziger.

Hinter dem Pseudonym Hans Maria Richter verbirgt sich ein gewisser Knut Stenert, der dem einen oder anderen Indie-Nerd aus der Band Samba bekannt sein dürfte, die ihre besten Zeiten lange hinter sich hat und in den 90er Jahren auf einem Majorlabel debütierte. Als Hans Maria Richter musiziert Knut Stenert (Gesang, Gitarre, Bass, Texte, Kompositionen) nun zusammen mit Christoph Kohlhöfer (Bass), Tobias Noormann (Schlagzeug) und Tobias Siebert (Gitarre, Keyboards, Gesang, Produktion). Das Debütalbum nennt sich „Die Welt zu Gast beim Feind“ und ist ein romantischer Blick zurück in die seligen Indie-Pop-Tage der Neunziger.

Was früher unter dem Begriff „Hamburger Schule“ firmierte und den Kinderschuhen schon seit Ewigkeiten entwachsen ist, wird von Knut Stenert auf „Die Welt zu Gast beim Feind“ auf fast schon liebevolle Weise am Leben erhalten. Dabei konserviert er einen Sound, den man längst vergessen zu haben schien. Trotzdem geht beim Hörer auf Anhieb eine prallgefüllte Schublade im Kopf auf, wenn Hans Maria Richter und Band in den Geschichtsbüchern des deutschsprachigen Indie-Pop wühlen.

Na gut, wirklich nötig ist das nicht und darauf gewartet wird auch niemand haben, aber so ein bisschen Nostalgie ist manchmal gar nicht schlecht. So hält sich die Dosis bei Hans Maria Richter mit 36 Minuten Spielzeit in Grenzen, fördert aber einige nette Stück ans Licht. Darin hören wir ein bisschen Geschrammel im Stil der frühen Tocotronic („Das ist neu“, „Unter dem Schirm“), den Sound der Sterne („Lass mich fallen“), den nöligen Songwriter-Pop eines Tilman Rossmy („Mein Job ist gut“) und den eleganten Pop von Element Of Crime („Die Synchronisation beginnt“). Das Ganze passiert zwar zu keiner Zeit so zwingend wie bei den „Originalen“, und doch ist das Ergebnis ein solides Indie-Pop-Werk mit netten Momenten und Nostalgie-Bonus.

Anspieltipps:

  • HeyHeyHey
  • Das ist neu
  • Gute Nacht
  • Mein Job ist gut
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8/10

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