Kevin Morby - City Music - Cover
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Kevin Morby City Music


  • Label: Dead Oceans/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

In der Tradition großer Songwriter präsentiert sich Kevin Morby mit einem klaren Konzept ohne klasse Einzelleistungen.

Der Trend zu thematisch geschlossenen Alben ist wieder auf dem Vormarsch. Nachdem das letzte Jahrzehnt von Single-Auskopplung und Stilwechseln beherrscht wurde, klingen Alben heutzutage öfters wie aus einem Guss. Die Fleet Foxes bringen mit „Crack-Up“ zeitgleich mit Kevin Morby ein überragendes Beispiel solcher Alben heraus. Wo Die Foxes mit ihrem etablierten Stil geschwind den Weg in die Hörerherzen, holpert „City Music“ und gibt sich steifer als nötig.

Das repetitive und erdrückende Titellied ist sinnbildlich für die Gefühle, die der Musiker nicht durchweg erfolgreich auf seine Hörer überträgt. Die vielen Facetten des Stadtlebens eröffnen sich im Musikvideo zu „City Music“ sehr gut, aber alleine wird das Lied seinem Inhalt nie gerecht. Was dieses Stadtleben ist und wie sich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede entfalten lässt sich weder hören noch fühlen. Umso erfreulicher sind die Titel, in welchen Morbys Vorliebe für Akustik eine Eigendynamik annimmt. Dafür sind kein hohes Tempo und kein Einschub von E-Gitarre wie in „Tin Can“ notwendig. „Caught In My Eye“ ist die Art von Songperle, die dem Hörer durch seine vermeintliche Einfachheit in Erinnerung bleibt. Am ehesten lässt sich diese Sorte von Song mit Blurs „Out Of Time“ vergleichen. Unscheinbar und gleichzeitig unvergesslich mogelt sich der Track heimlich, still und leise in unser Gedächtnis.

Statt die eigene Musik wie im Opener „Come To Me Now“ mit Firlefanz und Blendwerk auszustatten, tut sich Kevin Morby einen großen Gefallen, wenn er sich reduziert. Selbst der sanfte Punk-Tribut „1234“ macht mehr her, als das aufgesetzte „Dry Your Eyes“. Kevin Morby ist kein Lou Reed und auch noch kein großer Barde seiner Generation. Wenn er sich in „Night Time“ und „Downtown’s Lights“ wiederholt Stile aufzwingt, die nicht zu seiner Stimme passen, entsteht keine Freude. Das ist daher schade, weil der Sänger an einigen Stellen auf „City Music“ zeigt, dass er richtig gute Ideen hat. Statt einen Punkt zu machen, fügt Kevin Morby allerdings oft noch so viele Einflüsse hinzu, dass vom vielversprechenden Ursprung nicht viel bleibt.

Anspieltipps:

  • Tin Can
  • Caught In My Eye
  • Aboard My Train

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