Jonny Lang - Signs - Cover
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Jonny Lang Signs


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Jonny Lang kämpft als Blues-Musiker gegen die ewige Uncoolness und zieht weiter erfolgreich sein Ding durch.

Blues als Genre gehört zu den Schrödingers Katzen der Popkultur. Blues ist nie in und gleichzeitig durchgehend gefragt. Wenn Ausdrücke wie „Dad Rock“ fallen, dann ist in der Regel Blues mit dabei. Zusammen mit Classic Rock oder sogar als Unterkategorie dieser Beschreibung pfeift Blues auf Entwicklung und Trends. Jonny Lang braucht keine drei Songs, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. „Signs“ ist bis in die letzte Ecke ein Blues-Album. Ohne Genre-Crossover und Überraschungen spielt Lang sein Programm souverän und isoliert von aktuellen Stars und Geschmäckern herunter. Dass er dabei erfolgreich ist, spricht für den resoluten Blues-Fan.

Treiben wir damit gleich zu Beginn die Kritik durchs Musikdorf: „Signs“ klingt natürlich altmodisch. Das bedeutet für Fans natürlich, dass Lang ihnen genau das gibt, was sie sich wünschen. Lang verspricht gut gemachte Blues-Musik. Wenn er im Titeltrack alles aus seiner Stimme presst, dann ist der Blues-Regler längst auf die höchste Stufe gestellt. Stampfende Gitarren, treibendes Schlagzeug und sich einschleichende Orgelklänge ergeben zusammen Musik für geballte Fäuste und mitsingende Massen, sofern sie denn Blues mögen. Langs Musik gehört in Blues-Handbücher, die die Essenz des Genres beschreiben. Die Grundlagen allein machen noch keine Meister, aber nur auf einem gesunden Fundament lassen sich Großtaten vollbringen. Auch wenn wenige Titel auf „Signs“ in der Heavy Rotation landen, lässt der Grundton des Albums wenig zu wünschen übrig. Geneigte Hörer, die wahllos einen der elf neuen Tracks auswählen, finden garantiert etwas vor, das ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Entspannt zu „Stronger Together“ und wild mit der Luftgitarre schreiend zu „Bitter End“ bringt „Signs“ für alle Stimmungslagen etwas mit. Jonny Lang zeigt erfolgreich, dass Blues bei aller Uncoolness und ohne Modernität viele Emotionen abtastet. Lang weiß, wie er seine Hörer glücklich macht und das allein macht ihn zu einer Bereicherung für die Musikwelt. Dass davon nur eine überschaubare Masse profitiert, ist nicht nur egal, sondern begrüßenswert. Solange Musiker wie Jonny Lang ihrem Stil treu bleiben, gerät er nicht in Vergessenheit und steht neuen Hörern und potenziellen Fans offen. Und vielleicht legt sich im Kopf wirklich irgendwann ein Schalter um und eines Tages haben auch bekennende Blues-Verneiner Lust auf Lang & Co.

Anspieltipps:

  • Bitter End
  • Snakes
  • Wisdom

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