Moses Pelham - Herz - Cover
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Moses Pelham Herz


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
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Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.

Der Frankfurter Moses Pelham (46) ist seit fast drei Jahrzehnten im Musik-Business tätig und hat in dieser Zeit eine beeindruckende Karriere hingelegt, die alles andere als Stromlinienförmig verlaufen ist. Er wandelte sich vom einstigen Großmaul, das dem TV-Derwisch Stefan Raab in Form eines Racheakts das Nasenbein brach, zum lieben Onkel Mo in der TV-Reihe „Sing meinen Song“, wo er u.a. mit Lena Meyer-Landrut und Michael Patrick Kelly auftrat.

Als Songschreiber entwickelte sich Moses Pelham im Laufe der Jahre zu einem Künstler, der sein Leben in tiefgehenden Songs verarbeitet. Das war am Anfang noch nicht so. Mit dem Rödelheim Hartreim Projekt brachte Moses Pelham zusammen mit Thomas Hofmann in den frühen 90er Jahren harte und ernsthafte Raps als Gegenentwurf zu den albernen Fantastischen Vier nach Deutschland. Sie zeigten den Kids, was deutschsprachige Battle-Raps sind und machten den Frankfurter Stadtteil Rödelheim zur deutschen Bronx. Darüber hinaus gründete Pelham mit 3P sein eigenes Label und förderte Acts wie Sabrina Setlur, Xavier Naidoo oder auch Cassandra Steen.

Als Solokünstler veröffentlichte er in unregelmäßigen Abständen neue Alben, darunter die „Geteiltes Leid“-Trilogie (1998-2012) und betätigte sich dazwischen als Produzent und Songschreiber. Nachdem die „Geteiltes Leid“-Trilogie abgeschlossen war, brauchte es dennoch wieder fünf Jahre, bis mit „Herz“ nun wieder ein neues Album fertig war. Darauf hat Pelham den Live-Sound der vorherigen Werke runtergefahren und gegen elektronischere Klänge ausgetauscht. Und den Mund nimmt er auch wieder voll, wie der aggressive Opener „Neubeginn“ zeigt. Doch solche Ausbrüche stellen die Ausnahme dar.

In der Regel sind die Songs auf „Herz“ geschmeidig-breitflächige Klanglandschaften, über die hier und da ein paar Cello- („BGMB“), Piano- („Wir sind eins“) oder Gitarren-Parts („M zum O“) gelegt und mit Gesang gespart wurde. Dadurch stehen Pelhams Raps stets im Zentrum des Geschehens. Er öffnet sein Herz („Meine Heimat“), erinnert sich an die Vergangenheit („You remember“) und beweist, dass seine Musik nicht nur depressiv sein muss („Momomomomosespelham“). Nichtsdestotrotz fällt „Herz“ eher balladesk aus und stiftet Ruhe und Frieden, so wie es die „Geteiltes Leid“-Trilogie auf ihre Weise bereits vorgemacht hat.

Anspieltipps:

  • BGMB
  • An alle Engel
  • Meine Heimat
  • You remember
  • Momomomomosespelham
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