Riverdogs - California - Cover
Große Ansicht

Riverdogs California


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Vivian Campbell scheint sich abseits von Def Leppard richtig wohl zu fühlen.

Def Leppard-Gitarrist Vivian Campbell scheint trotz jährlicher US-Tourneen und gelegentlichen Alben mit seiner Hauptband lange nicht ausgelastet zu sein. Das zweite Album von Last In Line, die Originalmusiker von Dio, steht schon in der Warteschlange, da reaktiviert der Nordire auch seine frühere Hardrockband Riverdogs. Mit dem klassischen Line-Up ihres selbstbetitelten Debüts, versucht die Band nun an frühere Großtaten anzuknüpfen. Denn mit ihrem bluesbasierten und staubtrockenen Hardrock fabrizierten die Riverdogs Anfang der 90er Jahre einen wahren Insiderklassiker.

Dann allerdings etwas Ernüchterung. „American Dream“ ist zwar ein netter Opener, außer dem aufdringlichen „Hey hey hey hey“ im Refrain bleibt allerdings nichts hängen. „The Revolution Starts Tonight“ tönt da schon besser. Mit einer Mischung aus Kalifornien und Seattle entwickelt sich ein cooler Midtemporocker, bei dem Campbell etwas mehr aus sich herausgehen darf als bei Def Leppard. Auch in „You’re Too Rock And Roll“ glänzt der Gitarrist als ausgezeichneter Solist, wobei die Nummer stark an das Debüt erinnert.

Auch Sänger Rob Lamothe zeigt sich von seiner besten Seite und singt, als wäre er um keinen Tag gealtert. Seine leicht raue Stimme fügt sich in ruhige, wie härtere Passagen bestens ein und Lamothe lässt Oktavspringerein gänzlich aus, wodurch er stets authentisch klingt. Bestes Beispiel hierfür die düstere Ballade „The Heart Is A Mindless Bird“, die atmosphärisch beginnt und später ordentlich Dampf macht. Bluesig angehaucht ist „Something Inside“, das allerdings deutlich an „Ain’t No Love In The Heart Of The City“ in der Whitesnake-Version angelehnt ist. „Searching For A Signal“ geht dann etwas härter und flotter zur Sache.

„Welcome To The New Disaster“ verbindet ruhige und harte Momente bestens miteinander. Campbell schüttelt ein ziemlich cooles Introriff aus dem Ärmel, bevor die ruhige, erneut düstere Strophe den Weg zum Refrain ebnet. Einige Songs wie „Ten Thousand Reasons“ oder „Catalina“ zünden nicht direkt, allerdings finden sich außer dem Opener und dem arg dahinplätschernden „Golden Glow“ kein wirklichen Filler. Lässige Rocker, bluesige Anleihen hier, Alternative-Rock Einflüsse dort. Obendrein ein Vivian Campell der vor Spielfreude nur so strotzt. Fans des Debüts müssen etwas Geduld mitbringen, dann entwickelt sich „California“ zu einem guten Album.

Anspieltipps:

  • The Revolution Starts Tonight
  • You’re Too Rock And Roll
  • Welcome To The New Disaster
  • I Don’t Know Anything

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5/10

Spectra
  • 2017    
Diskutiere über „Riverdogs“
comments powered by Disqus