Will Hoge - Anchors - Cover
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Will Hoge Anchors


  • Label: Thirty Tigers/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
2.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Mann, seine Gitarre und amerikanischer Folk. Mehr verspricht Will Hoge nicht und liefert dementsprechend.

Folk-Musik ist in jedem Land eine Art Heiligtum. Nun, nicht in jedem Land. In Europa haben viele Musiker ihre Wurzeln der englischen Sprache und eines amerikanisierten Stils aufgegeben. Auch Großbritannien ist regelmäßig eine Vorlage für musikalische Ideen. Dort sprießen die Folkmusiker weiter und beweisen sich zumindest in der Zahl gegen die Effektgewitter der Popwelt. Frauen und Männer mit nichts als einer Gitarre bestückt reisen durch Clubs aller Größen und spielen vor Trauernden, Feiernden und nicht selten vor Desinteressierten. Die Musiker mit der Gitarre sind für viele Musiker und Zuhörer die romantische Idee authentischer Musiker. Will Hoge, der als Amerikaner und Folkmusiker natürlich Zeit in Nashville verbracht hat, gehört zu dieser minimalistischen Gattung.

„Anchors“ ist Hoges bescheidener Anteil an einer puristischen Idee von Folkmusik. Genre-Fans finden in ausnahmslos jedem Titel Haltepunkte, um den eigenen Vorlieben zu frönen. „The Reckoning“ lädt zum Leiden ein und romantisches Träumen samt Slide-Gitarre birgt „Baby’s Eyes“. Für jede Stimmung von Aufbruch bis Niedergang findet Hoge die richtigen Töne. Das liegt an der Tatsache, dass die Vorbilder endlos erscheinen und er sich bei Vorlagen bedient. Kein einziger Titel auf „Anchors“ klingt einzigartig oder hebt Hoge auf außergewöhnliche Weise hervor. Selbst wer Hoges Passion für Countrymusik teilt, klatscht nicht begeistert mit. Viel eher gehört Hoge die Anerkennung eines echten Fans, der zusätzlich selbst vernünftig musiziert.

Aber Will Hoge war in seiner Karriere schon viel mehr als eine Kopie. Er packte seine eigenen Erfahrungen und Geschichten in bekannte Muster und erzeugte Musik, die beim Hörer wirklich ankommt. Auf „Anchors“ bröckeln diese Stärken, weil Hoges Geschichten zu allumfassend sind. Die persönlichen Momente in „17“ und „Cold Nights In Santa Fe“ sind zu selten. Wenn Hoge von jugendlicher Liebe und Santa Fe bei Nacht singt, fühlt sich der Hörer anwesend. Lebendig und durch scheinbar nichtige Details erweckt Hoge seine Texte durch einfachste Mittel zum Leben und lässt seine Zuhörer für einige Momente die Gegenwart vergessen. Solange Will Hoge diese Fähigkeiten nicht abhanden gehen, ist der Singer/Songwriter weiterhin mehr als nur einer von vielen.

Anspieltipps:

  • Cold Nights In Santa Fe
  • 17
  • The Reckoning

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