Foo Fighters - Concrete And Gold - Cover
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Foo Fighters Concrete And Gold


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Überambitioniert und zerfahren. Die Foo Fighters folgen ihrem mit „Sonic Highways“ eingeschlagenen Weg und vergessen dabei gute Songs zu schreiben.

War die letzte Foo-Fighters-Scheibe „Sonic Highways“ (11/2014) rückblickend in ihrer Entstehung doch etwas überambitioniert und die Songs darauf zu zerfahren und ehrlich gesagt nichtssagend, konnte man mit der starken „Saint Cecilia“-EP (02/2016) Hoffnung schöpfen, dass die Herren um Dave Grohl wieder auf dem richtigen Weg sind. Das neue Werk „Concrete And Gold“ wurde von Medien und Band natürlich wieder großspurig angekündigt, Grohl selbst bezeichnet die Platte als Mischung aus Motörhead und dem Beatles-Klassiker „Sgt. Pepper“. Keine allzu schlechten Referenzen, wenn’s denn stimmt.

Der Opener „T-Shirt“ lässt dann wirklich latente Untertöne der Fab Four zu und das folgende „Run“ geht ebenfalls als die angekündigte Mixtur durch. Eine harte Strophe, bei der sich Grohl die Seele aus dem Leib schreit und ein eingängiger Refrain mit ordentlich Drive. So umgeht die Band, sich in einfallslosem, überambitioniertem Songmaterial zu verlieren.

„The Sky Is A Neighborhood“ ist leider ein Gegenbeispiel. Der vorab ausgekoppelte Track schleppt sich durch langweilige Strophen mit nervigen Beats, um in einem austauschbaren, zusammengeklauten Refrain zu münden, der mit einem integrierten Kinderchor übertrieben und aufgesetzt wirkt. Hier hat sich Dave Grohl eindeutig zu viel vorgenommen, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Stück an sich nicht viel zu bieten hat. Dieses mangelnde Songwriting wird versucht mit Effekten und überladenen Aufnahmespuren zu vertuschen.

„Make It Right“ beginnt mit einem coolen Riff, das aufhorchen lässt. Dann passiert aber leider nicht mehr viel, außer zerfahrenen Strukturen, die nichts zu bieten haben, was der Hörer schon mal deutlich besser von den Foo Fighters vorgesetzt bekommen hat. Und so zieht sich das Dilemma durch das gesamte Album hindurch. „La Dee Da“ ist mit stoppenden Riffs und rhythmischen Verschiebungen ganz nett, „Dirty Water“ klingt nach einem Outtake des Foo-Fighters-Debüts, das vor sich dahinplätschert und auch „Arrows“ kann seinen guten Ansätzen leider nicht gerecht werden. Angedeutete Riffs erweisen sich als langweilig und das Meiste klingt, als hätte man das schon mal gehört, mitunter sogar auf dem neuen Album selbst.

„Happy Ever After (Zero Hour)“ greift dann wieder, eher schlecht, Beatles-Harmonien auf, ebenso „Sunday Rain“, bei dem Paul McCartney das Schlagzeug bedient, während Stamm-Drummer Taylor Hawkins den Gesang übernimmt und damit etwas Abwechslung in das Album bringt. Doch über den Rest von „Concrete And Gold“ kann getrost der Mantel des Schweigens gelegt werden. So scheint es ein weiteres Mal so zu sein, dass Dave Grohl offenbar seine ganze Kraft dafür aufwendet, möglichst spektakuläre Longplayer abzuliefern. Erst das ruppige „Wasting Light“ (2011), aufgenommen in Grohls wahrscheinlich mit Millionen von Dollar teurem Equipment ausgestatteter Garage, dann „Sonic Highways“ (2014) samt Doku und Aufnahmen von acht Songs in acht Studios.

Für „Concrete And Gold“ hat er sich viele Gäste eingeladen: Paul McCartney, Justin Timberlake, den man nicht hört, Shawn Stockman oder Alison Mosshart. Nur eines hat Dave Grohl vergessen: Zu einem guten Album gehören auch gute Songs - und die suchen wir hier leider vergeblich.

Anspieltipps:

  • Run
  • Sunday Rain

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