Brian Wilson - Playback: The Brian Wilson Anthology - Cover
Große Ansicht

Brian Wilson Playback: The Brian Wilson Anthology


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 73 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

18 Songs aus 30 Jahren und 9 Soloalben des Beach Boys.

Zum 50. Jubiläum des Beach-Boys-Albums „Pet Sounds“ befindet sich Mastermind Brian Wilson (75) zusammen mit seiner Band und den Special Guests Al Jardine (75) und Blondie Chaplin (66) seit nunmehr 18 Monaten auf Welttournee, um sein kompositorisches Meisterwerk zum vielleicht letzten Mal live aufzuführen. Wir erinnern uns: Mit „Pet Sounds“ wollte Wilson beweisen, dass er und nicht John Lennon und Paul McCartney von den Beatles der beste Songschreiber seiner Zeit war. Bei diesem interkontinentalen Wettstreit inspirierten sich beide Bands – Beach Boys und Beatles – gegenseitig mit herausragenden musikalischen Leistungen.

Die Beatles legten mit „Rubber Soul“ (12/1965) vor, die Beach Boys zogen mit „Pet Sounds“ (05/1966) nach, ehe die Beatles mit „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (05/1967) einen weiteren Meilenstein der Popmusik heraushauten. Währenddessen verzettelte sich Brian Wilson mit seinem „Smile“-Projekt (1966/1967), das am Ende aus bekannten Gründen in den Archiven verschwand und als größtes verlorenes Album in die Rockgeschichte einging. Damit avancierte Brian Wilson zu einem der tragischen Helden der Popmusik, der bis Mitte der 70er Jahre nur noch sporadisch Musik machte.

Erst Ende der 80er Jahre nahm Brian Wilson seine Solokarriere in die Hand. Er stieg 1988 offiziell bei den Beach Boys aus und veröffentlichte sein Debütalbum, das wie alle darauffolgenden Solowerke nur mittelprächtig performte. Lediglich die neu eingespielte Version des verschollenen „Smile“-Albums als Wilsons Solowerk (09/2004) wirbelte in den Charts etwas mehr Staub auf. Doch dieser mangelnde kommerzielle Erfolg kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der 75-jährige Kalifornier zu den herausragendsten Songschreibern seiner Generation zählt.

Mit „Playback“ legt Brian Wilson nun eine kompakte Werkschau vor, die 18 Songs aus 30 Jahren und neun Soloalben umfasst. Warum es nicht für ein Doppelalbum gereicht hat und einige Longplayer bei der Songauswahl keine Berücksichtigung fanden, mutet dabei erst einmal merkwürdig an. Für eine Anthologie sollte ein umfassender Ausschnitt aus dem Soloschaffen eigentlich selbstverständlich sein, zumal es tatsächlich die erste Brian-Wilson-Zusammenstellung dieser Art ist. Sei’s drum. Das gibt lediglich einen kleinen Abschlag in der B-Note.

Eingebettet in die Tracklist sind die bis dato unveröffentlichten Songs „Run James run“ und „Some sweet day“, die sich nahtlos in das Schaffen des Beach Boys einreihen, der einen Songwriting-Stil für sich entwickelt hat, der dermaßen markant (aber mitunter auch etwas anstrengend) ist, dass der Hörer einen Brian-Wilson-Song auf Anhieb als solchen erkennen kann. So ein Handwerk können nur wenige Songschreiber für sich in Anspruch nehmen – nachzuhören auf „Playback: The Brian Wilson Anthology“.

Anspieltipps:

  • Surf’s up
  • Soul searchin‘
  • Lay down burden
  • Colors of the wind
  • Heroes and villains
  • The like in I love you
Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Brian Wilson“
comments powered by Disqus