Prophets Of Rage - Prophets Of Rage - Cover
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Prophets Of Rage Prophets Of Rage


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Tom Morellos Riff-Fundus scheint ausgeschöpft. Was er hier abliefert, haben wir alles schon mal gehört. Spaß lässt sich mit der soliden Platte trotzdem haben.

Da sich Zack De La Rocha nicht wirklich mit einer Reunion von Rage Against The Machine zu beschäftigen scheint und sich eine Wiedervereinigung von Audioslave nach dem überraschenden Tod von Chris Cornell ebenso ausschließt, haben sich die Herren Morello, Wilk und Commerford mit B-Real von Cypress Hill und Chuck D (Public Enemy) zusammengeschlossen und liefern nach der letztjährigen „The Party’s Over“-EP nun ihren selbstbetitelten ersten Longplayer.

Anlass für politische Songs, die mit hoher Intensität und Aggressivität dargeboten werden, gibt es zurzeit ja genug und so liest sich das Erscheinen dieses politisch geprägten Albums auch erstmal gut. Dann kommt aber mit „Radical Eyes“ direkt mit dem Opener die Ernüchterung. Wir hören einen durchschnittlichen bis soliden Rage Against The Machine-Song, der allerdings aufgrund mangelnder Aggressivität und fehlenden Spannungsbogens eher wie eine B-Seite daherkommt. „Unfuck The World“ wäre die bessere Eröffnung gewesen. Drummer Brad Wilk peitscht die Combo straight nach vorne, B-Real und Chuck D sind in ihrem Metier und auch Tom Morello haut Riffs raus, die zumindest in der Strophe neu klingen.

Und das ist das größte Problem der folgenden Songs. So innovativ Tom Morello vor über 25 Jahren auch war, heute kommt es einem vor, als hätte man das alles schon mal von ihm gehört. Klar, die Riffs grooven und sind lässig, aber Morellos Riff-Fundus ist so begrenzt, dass man sie in „Legalize Me“, „Living In The 110“ oder „Hail To The Chief“ problemlos austauschen könnte. Auch sein in „Strength In Numbers“ mit der Gitarre kopiertes Hühner-Gegacker ist nicht wirklich neu. Hier punktet die Band allerdings mal in puncto Aggressivität, während in „Fired A Shot“ schamlos das Riff von „Gasoline“ auf dem Bass wiederverwertet wird. „Take Me Higher“ wiederum kann mit einer funky Strophe aufwarten, was endlich etwas Abwechslung bringt und auch die leichte Indie-Schlagseite in „Who Owns Who“ ist mal etwas Neues. „Hands Up“ kennt man schon so oder so ähnlich, das Kopfnicken lässt sich trotzdem nicht unterdrücken.

So bleibt ein zwiespältiges Gefühl. Mit einem ehrlichen Ohr kennt der Hörer die Riffs und Songs eigentlich schon, auf einer Party können sie durchaus Spaß machen. B-Real und Chuck D sind hier am wenigsten Vorwürfe zu machen. Sie sind mit Eifer bei der Sache, auch wenn sie vermutlich doch einen Tick zu lässig unterwegs sind, um die Aggressivität von Zack De La Rocha wieder heraufzubeschwören.

Anspieltipps:

  • Unfuck The World
  • Take Me Higher
  • Who Owns Who

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