Götz Alsmann - In Rom - Cover
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Götz Alsmann In Rom


  • Label: Blue Note/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kommen Sie für Götz Alsmann, bleiben Sie für die Freude an gediegenen Coverversionen.

Ach, Herr Alsmann! Was soll das denn? Das hatten wir doch schon! Götz Alsmann wiederholt sich mit leicht unterschiedlichem Anstrich. Aus „In Paris“ wird „In Rom“ und bis auf ein neues Liedgut ändert sich nichts. Wobei der Teufel steckt im Detail und die Entwicklung ist bei Alsmann nicht komplett ausgeblieben. Mit aller Macht geht Alsmann seine ach so saubere Stimme an. Er drückt in „Azzuro“ und Co. gegen den Kehlkopf, um sich eine gewisse Verwegenheit zu geben. Götz Alsmann imitiert den romantischen Entertainer im Club und das lässt sich schwer ausblenden. Von Song zu Song ändert sich Alsmanns Persona ein kleines Stück. Seiner eigenen Stimme geht weiterhin ein eigenständiger Gesangscharme ab. Das Ergebnis kann sich trotzdem wieder, gerade für Fans, hören lassen.

Am ehesten lässt sich Götz Alsmann mit Projekten wie Adoro vergleichen. Ein Neuaufguss bekannter Musik, der Hörern eine Entschuldigung gibt, sich die alten Klassiker wieder zu geben. „Quando, Quando, Quando“, „Azzuro“ und „Mambo Italiano“ liefern Melodien, die jeder Mensch kennt. Im jazzigen Bigband-Stil und mit eingedeutschten Texten macht Alsmann alte Musik auf seine Weise wieder zugänglich. Das ist unterhaltsame Programmmusik, die nicht überrascht, sondern von vornherein Erwartungen erfüllen will. „In Rom“ ist das gelebte Mittelmaß, das sich jederzeit hören lässt. Kein Anecken, keine Überraschung, keine Ausfälle und keine Tiefpunkte erwarten den geneigten Hörer, wenn Götz Alsmann seiner musikalischen Leidenschaft frönt.

Der Fragenkatalog vorm Kauf ist dahingehend außerordentlich kurz geraten. Jazz mit Pop-Appeal zu altbekannten Melodien gefällig? Das Album hält, was sich Hörer versprechen! Fan von Götz Alsmann? Wer auf diese Frage mit „Ja!“ antwortet, hat das Album sowieso schon im Schrank stehen. Im Endeffekt kommen die Hörer für das Götz Alsmann und nicht das „In Rom“. Alsmann macht weiter wie bisher. Er ahmt besser nach als früher, lässt aber weiterhin Besonderheiten vermissen, die ihn als Musiker vom ordentlichen Durchschnitt abheben. Dazu passt, dass Alsmann weiterhin keine eigenständigen Songs schreibt. So wie seine Alben von seiner Beliebtheit zehren, zehrt der Entertainer Götz Alsmann vom Talent anderer Menschen und gibt es zum Besten. Und, so viel ist anzuerkennen, er macht das Beste daraus.

Anspieltipps:

  • Azzuro
  • Caprifischer
  • Quando, Quando, Quando
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