Dead Lord - In Ignorance We Trust - Cover
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Dead Lord In Ignorance We Trust


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein solides Album, aber Dead Lords Vorbilder Thin Lizzy waren die deutlich bessere Band.

Mit ihrem starken Debütalbum „Goodbye Repentance“ und dem guten Nachfolger „Heads Held High“ katapultieren sich die Schweden von Dead Lord auf die europäischen Club- und Festivalbühnen. Mit ihrem hauptsächlich an Thin Lizzy angelehnten Sound, der direkt aus den 70ern zu kommen scheint, spielen sich die Schweden in die Herzen der Fans. Aufmerksame Zuhörer hören neben der deutlichen Vorliebe für die Iren natürlich noch Elemente von UFO, Blue Öyster Cult oder frühen Kiss heraus. Das dritte Album „In Ignorance We Trust“ erscheint dieser Tage, fast genau zwei Jahre nach dem Vorgänger.

Eröffnet wird das Album mit dem überraschend handzahmen „Ignorance“. Hier wird leider auch direkt das größte Manko der Band deutlich: Frontmann Hakim Krim orientiert sich in Phrasierung und Stimmlage deutlich an Phil Lynott, allerdings kann er dessen Ausstrahlung, Intensität und Musikalität in der Stimme nicht annähernd erreichen und ist allenfalls solider Durchschnitt. „Too Late“ fischt dann auch musikalisch mit seinen Twin-Lead-Gitarren und dem sehr an Scott Gorham angelehnten Solo im Lizzy-Sound. In „Reruns“ nimmt man Sänger Krim endlich seine Verzweiflung ab. Eine starke Hook, gepaart mit leichten UFO-Einflüssen und die Band nimmt Fahrt auf.

„Leave Me Be“ und „The Glitch“ nehmen dann aber wieder den Fuß vom Gaspedal. Ersteres ist eine lahme Semiballade, im Folgenden versucht die Band eine etwas langweilige Mischung aus Blue Öyster Cult und den bekannten Trademarks ihrer irischen Vorbilder. Die ungewöhnliche Melodieführung gibt allerdings einen Pluspunkt. „Kill Them All“ und „Never Die“ können sich daraufhin trotz plakativen Titeln nach mehreren Durchgängen im Gehörgang festsetzen. Vor allem die Soli und das Zusammenspiel der Lead-Gitarren überzeugen auf einem Niveau, das Spaß macht. Die Mundharmonika zu Beginn von „Part Of Me“ zitiert dann Bruce Springsteens „The River“, der anschließende erst akustisch gehaltene, später sich immer weiter auftürmende Song gerät leider zu monoton.

Den Abschluss machen die dann wieder allzu deutlich im Thin Lizzy-Sound schwirrenden „They!“ und „Darker Times“. Die größte Frage, die sich nach den 40 Minuten von „In Ignorance We Trust“ stellt, ist, warum sollte ich mir Dead Lord anhören, wenn es Thin Lizzy gibt? Klar, es sind auch einige andere Referenzen zu finden, aber das Gefühl ein eher schwaches Album der Iren gehört zu haben will sich nicht abstellen lassen. Für Fans der ersten Alben zu empfehlen, ansonsten lieber die Herren um Phil Lynott testen und Dead Lord vielleicht mal Live besuchen.

Anspieltipps:

  • Reruns
  • Kill Them All
  • Never Die

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