The Doors - The Singles - Cover
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The Doors The Singles


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 140 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
9.4/10 Leserwertung Stimme ab!

50 wird man nur einmal. Also wird das ganze Jahr lang kräftig gefeiert und Kasse gemacht.

2017 ist das Jahr, in dem The Doors ihr 50. Jubiläum feiern. Die 1965 von Jim Morrison und Ray Manzarek gegründete Band, brachte am 4. Januar 1967 ihren selbstbetitelten Debüt-Longplayer auf den Markt und avancierte innerhalb kürzester Zeit zu tragischen Helden der Rockgeschichte, die bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben. Und das, obwohl die Band nur relativ kurze Zeit aktiv war. Denn mit dem Tod von Frontmann Jim Morrison im Jahr 1971 war die Doors eigentlich Geschichte. Zwar brachten die verbliebenen Mitglieder Ray Manzarek, John Densmore und Robbie Krieger noch zwei Studioalben in Trio-Besetzung heraus, bis auch sie einsahen, dass The Doors ohne Jim Morrison eine völlig andere Band war, doch das Ende der Doors war dies noch lange nicht.

Auch nach der offiziellen Auflösung im Jahr 1973 legte sich die Hysterie um die Doors nicht. Die Verschwörungstheorien um den rätselhaften Tod Jim Morrisons in Paris befeuerten immer wieder den Mythos der Band, der mit dem kultigen Oliver-Stone-Film „The Doors“ (1991) so richtig Fahrt aufnahm. Mit der Morrison-Darstellung von Val Kilmer wurden auch jüngere Generationen vom Doors-Virus infiziert und die lebenden Bandmitglieder begriffen, dass damit amtlich Profit zu machen ist. Es dauerte zwar einige Zeit, bis die kommerzielle Ausschlachtung der Archive ins Rollen kam, doch ab Mitte der 90er Jahre wurden die Doors-Fans mit regelmäßig mit gehobenen Schätzen aus dem Fundus der Kalifornier beglückt und zur Kasse gebeten.

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Zum 50. Jubiläum ändert sich an dieser Marschroute selbstverständlich nichts. Obwohl die Archive inzwischen weitgehend geleert sein müssten, finden sich auch heuer immer wieder kreative Ideen, wie man den sammelwütigen Fans in die Taschen greifen kann, ohne dass diese etwas wirklich Neues erwerben. Gekauft wird es trotzdem. Es sind ja The Doors! Auf diese Weise wurde das Konzept der „Japan Singles Box“ aus dem Jahr 2013 noch einmal aufgegriffen und für „The Singles“ recycelt, mit dem alle in den USA erschienenen Doors-Singles inklusive B-Seiten gebündelt werden.

Das Gesamtpaket ist entweder als Download, als Doppel-CD, als Doppelalbum plus Blu-ray mit dem 1973er „The Best Of The Doors“-Album in quadrophonischer Abmischung sowie als auf 10.000 Exemplare limitiertes Vinyl-Box-Set erhältlich, in dem sich 20 7“-Singles im jeweiligen Original-Artwork befinden. Der geneigte Käufer erhält dafür die chronologisch sortierten US-Singles, angefangen im Januar 1967 mit „Break on through (to the other side)“, bis hin zum Live-Song „Gloria“ (11/1983) vom „Alive, She Cried“-Album. Welche der genannten Konfigurationen es wird, entscheidet dabei allein das liebe Geld. So kostet die Vinyl-Box zum Beispiel deutlich über 100 Euro. Doors-Fan zu sein ist eben nicht ganz billig.

Rein musikalisch betrachtet, gibt es auf „The Singles“ nicht die typische Greatest-Hits-Aneinanderreihung, da hier auch die Single-B-Seiten vorhanden sind, die zwar nicht schlecht, aber nun mal keine Klassiker im eigentlichen Sinn darstellen. Doch genau das macht den Reiz dieser Zusammenstellung aus, die auch die beiden Post-Morrison-Alben „Other Voices“ (10/1971) und „Full Circle“ (07/1972) sowie das „An American Prayer“-Werk (11/1978) berücksichtigt. Das ist für die meisten Fans – wie gesagt – kein Neuland, aber im digital aufgefrischten Klangbild dann doch einen Asbach Uralt wert.

Anspieltipps:

  • Love street
  • Changeling
  • The mosquito
  • Moonlight drive
  • People are strange
  • Riders on the storm
  • Roadhouse blues (live)
  • Break on through (to the other side)
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