Living Colour - Shade - Cover
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Living Colour Shade


  • Label: Megaforce Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit etwas mehr (hartem) Blues als sonst melden sich Living Colour nach acht Jahren zurück.

Ganze acht Jahre hat es gedauert bis Living Colour mit einer neuen Scheibe um die Ecke kommen und das obwohl das letzte Album „The Chair In The Doorway“ so gut wie überall gut ankam. Die Band, die mit ihrem Crossover-Sound eine ganze Generation geprägt hat, wollte eigentlich direkt mit dem Nachfolger beginnen, aber manchmal kommt es eben anders. Vielleicht haben aber soziale, gesellschaftliche oder politische Begebenheiten den Ausschlag gegeben doch nochmal ins Studio zu gehen.

„Shade“ heißt der neue Longplayer und Living Colour eröffnen immer noch hart, aber ziemlich bluesig. „Freedom Of Expression“ ist klassischer bluesbasierter Hardrock, der mit Effektspielereien und teilweise irrwitzigen Breaks dermaßen durcheinandergewirbelt und aufgewertet wird, dass es nie langweilig wird. „Preachin‘ Blues“ wartet mit Slide-Gitarren auf und ist noch mehr im Blues verankert. „Program“ wiederum ist ein ziemlich groovender Rocker, der ebenso wie das aggressive „Blak Out“ mit wütenden Texten und lässiger Musik überzeugt. Das düstere Crossover „Who Shot Ya“ adaptiert eine Notorious B.I.G.-Nummer und Vernon Reid zeigt, was er drauf hat.

„Always Wrong“ kombiniert dann radiotaugliche Ware mit ziemlich harten Passagen und wird dadurch fast schon progressiv, während „Pattern In Time“ dann doch zu wirr und uninspiriert wird. „Who’s That“, mit Bläsern angereichert, ist dann ein klassischer Blues, der soundtechnisch an Jeff Healey erinnert. Reid zeigt abermals sein Können und vor allem Sänger Corey Glovers Stimme ist hier, wie auf dem ganzen Album, einfach ein Ass im Ärmel der Truppe aus New York City. „Glass Teeth“ rockt direkt nach vorne, während „Inner City Blues“ wie eine harte Version eines Santana-Songs klingt.

Mit deutlich mehr Blues-Anleihen als früher, aber einem immer noch hohe Crossover-Anteil rocken sich Living Colour auf „Shade“ durch 48 Minuten. Nicht jeder Song zündet, manche Effektspielereien sind vielleicht etwas zu viel des Guten, langweilig wird es jedoch nie. Musikalisch hochwertig ist die Band allemal und auch in Bezug auf das Songwriting gewitzt.

Anspieltipps:

  • Freedom Of Experience
  • Program
  • Blak Out
  • Who’s That
  • Inner City Blues

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