Starsailor - All This Life - Cover
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Starsailor All This Life


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Starsailor rocken, als müssten sie sich gegen den aufkommenden Indie-Rock der Jahrtausendwende wehren. Heute sind sie alte Schule.

Irgendwann laufen die Lieder unserer Kindheit im Radio und gelten als Klassiker und Oldies. Was für uns Marlene Dietrich war, ist für folgende Generationen vielleicht Kesha. Starsailor haben große Chancen ebenfalls eines Tages Teil eines Zeitgeists zu sein. Einer Zeitkapsel gleich hüllen sie Hörer auf „All This Life“ in den Klang der Jahrtausendwende, als Alternative-Rock und Indie-Rock ihre Spuren in den Mainstream mischten. Zwischen Coldplay und The Killers nehmen Starsailor alles mit, was sich stilistisch ins Radio quetschen ließ.

Das Trigger-Wort Radio verdeutlicht, dass Starsailor kein aufregendes Werk für die Ewigkeit geschaffen haben. Neidlos bleibt dagegen anzuerkennen, wie mühelos sie den Sound von vor gut 15 Jahren reproduzieren und mit eingängigen Melodien versehen. „Listen To Your Heart“, „All This Life“ und „Take A Little Time“ überzeugen durchgehend mit einprägsamen Melodien und unterhalten auf den Punkt. Keine unnötigen Längen und keine Experimente, die flachfallen, hindern den Fluss dreier gelungener Radio-Hits von Gestern. Wenn Starsailor dieses Niveau halten können, wäre Kapitulation vor dem Wissen um die eigenen Stärken die einzige Antwort. Bands wie Starsailor verändern die Welt nicht, geben ihr aber unterhaltsame Zwischentöne und füllen die Stille, die manche erdrückt. Leider halten Sie das Niveau nicht konstant.

Sobald Starsailor der Abwechslung zuliebe das Tempo drosseln, gerät ihre Musik ins schlendern. „Caught In The Middle“ ist typisches Füllmaterial der frühen Maroon 5. „All This Life“ braucht, um wieder in Schwung zu kommen, was auch an unglücklicher Platzierung der Titel liegt. Mit „Sunday Best“ und „Blood“ folgen zwei langsame Stadionhymnen aufeinander, die sich trotz vernünftiger Qualität gegenseitig an Drive berauben. Nach dieser Pause fällt auf, dass die Band ihr Pulver zu Beginn verschossen hat. „Best Of Me“ trifft den Ton des Auftakttrios nicht mehr und reiht sich ins gemächliche Mittelmaß ein, das die Band nach „Caught In The Middle“ serviert.

Und dann offenbart sich, dass Starsailor gerne mehr wären. Pompöse und lange Nummern wie „Fallout“ und „FIA“ bemühen sich als Breitbandepen, die sich Zeit lassen. Keines der Stücke ist interessant genug geschrieben, um über diese Zeit zu tragen, was schade ist. Hätten Starsailor wie Fall Out Boy ihre Songs auf das nötige reduziert, hätten knackig emotionale Nummern entstehen können. Aber vor gut 15 Jahren haben sich Musiker gerne mehr Zeit gelassen. In Erinnerung sind uns dabei eben nur jene geblieben, die hochwertige Ware abgeliefert haben. Das ist bei Starsailor zu selten der Fall, worunter ein Album leidet, das mit seinen Stärken besser hätte punkten können.

Anspieltipps:

  • Listen To Your Heart
  • All This Life
  • Take A Little Time

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