Black Grape - Pop Voodoo - Cover
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Black Grape Pop Voodoo


  • Label: Universal
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Das Black-Grape-Projekt von Shaun Ryder (Ex-Happy Mondays) bringt nach 20 Jahren das dritte Album auf den Markt.

Mit Black Grape aus dem englischen Salford meldet sich eine Band nach vielen Jahren Pause zurück, die bis dato zwei Alben auf den Markt gebracht hat und von Shaun Ryder (Ex-Happy Mondays) im Jahr 1995 gegründet wurde. Der letzte Black-Grape-Longplayer „Stupid Stupid Stupid“ datiert aus dem Jahr 1997 und stellte genau wie das 1995er Debütwerk „It´s Great When You´re Straight... Yeah“ eine interessante Alternative zur damalig grassierenden BritPop-Welle dar. Zu mehr als das hat es aus vor allem internationaler Sicht allerdings nie gereicht. Nichtsdestotrotz nehmen Shaun Ryder und Paul „Kermit“ Leveridge zusammen mit Produzent und Songwriter Martin „Youth“ Glover (u.a. The Cult, Embrace, Marilyn Manson, The Verve, Dido, Crowded House) noch einmal einen Anlauf, um mit „Pop Voodoo“ die alten Zeiten heraufzubeschwören.

Scheinbar haben sich Shaun Ryder und Kermit vom Dauerdrogenrausch der 90er Jahre endlich soweit erholt, dass sie wieder zusammen Musik machen können und die Krone des Manchester-Rave-Hypes verteidigen wollen. Zudem dürften die Kassen der beiden Protagonisten inzwischen ziemlich leer gewesen sein, sodass es schlicht notwendig war, den Hintern hochzubekommen und ein paar Songs aus dem Ärmel zu schütteln, die an den Sound ihrer vorherigen Alben anknüpfen. Mit Youth an den Reglern klappte dieser Zeitsprung sehr authentisch. Fehlten bloß noch ein paar universelle Themen, mit denen sich Black Grape im Hier und Jetzt platzieren können.

Ein bisschen Donald-Trump-Bashing kann dazu nie schaden. Und dass die Welt einfach immer irgendwie scheiße ist, lässt sich ebenfalls gut verarbeiten. Es verlangt schließlich niemand, dass Black Grape zu ihren gut abgehangenen Funk-, Rave- und Pop-Tunes inhaltlich allzu sehr in die Tiefe gehen. Wichtiger sind die musikalisch nostalgischen Elemente, die aus den 90er Jahren grüßen und neben den eigenen Trademark-Klängen an Kollegen wie Stereo MCs, Jamiroquai, The Stone Roses, na klar!, den Happy Mondays gemahnen.

Anfänglich funktioniert dieser Ausfallschritt zurück in die Nineties tatsächlich sehr gut und fördert einige nette Songideen zu Tage („Nine lives“, „Money burns“). Doch hinten heraus verlieren sich die Songs mit zunehmender Spieldauer in einen allzu entspannten Dudelmodus, welcher der Dringlichkeit eines Comeback-Albums nach 20 Jahren leider nicht gerecht wird.

Anspieltipps:

  • Shame
  • Nine lives
  • Pop voodoo
  • Money burns
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