Die Shitlers - This Is Bochum, Not L.A. - Cover
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Die Shitlers This Is Bochum, Not L.A.


  • Label: Weltgast/INDIGO
  • Laufzeit: 58 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Pimmel für ein Halleluja: Schlimmer Fun-Punk aus dem Ruhrpott, von dem sich sicher der eine oder andere Hörer verarscht vorkommen wird.

Die Herren Tristan Shitler (Drums, Gesang), Martin Shitler (Gitarre, Gesang) und Frank Shitler (Bass, Gesang) sind… Die Shitlers aus Bochum-Ehrenfeld. Das Trio steht seit einigen Jahren für originalgetreuen, räudigen Ruhrpott-Punkrock, der bis jetzt auf Longplayern wie „Gold – Ihre Größten Erfolge“ (2012) und „Drei Legenden Versuchen Jetzt, Deutschland zu Ficken“ (2014) unter das Volk gebracht wurde. Nun liegt mit „This Is Bochum, Not L.A.“ das dritte, von Alex Schwers (u.a. Slime, Eisenpimmel) produzierte Album vor, auf dem Die Shitlers im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen runterlassen.

So posieren Die Shitlers nicht nur auf dem Album-Cover in ihrer ganzen, an gewissen Stellen verpixelten Pracht, sondern setzen auch musikalisch und in ihren Texten auf Provokation und Spitzfindigkeiten. Dazu präsentiert sich das Trio als total kaputte Rumpeltruppe, die mehr schlecht als recht durch das typische Punkrock-Unterholz aus drei Akkorden brettert und dazu einen Mix aus bissig-ironischen und pseudo-lustigen Lyrics abliefert. Das Ganze kann deshalb getrost unter dem Label Fun-Punk firmieren, mit dem sich die Hörerschaft spielendleicht in zwei Lager teilen lässt.

Kann eine Band, die offenbar nur eine Rolle spielt, wirklich ernst genommen werden? Oder will sie das gar nicht? Scheißegal! Der Hörer muss jedenfalls eine gute Portion Humorverständnis mitbringen, um die Musik, die im Großen und Ganzen wohl nur als Scherz verstanden werden will, zu ertragen. Dabei wird das Gebaren des Deutsch-Rap aufs Korn genommen („CCN4“), ein Song über „Dr. Helmut Kohl“ gemacht (uh, darf man das überhaupt?), das Kult-Punk-Label „Fat Wreck/Epitaph“ angemacht und fast eine halbe Stunde lang ein saudummer „Bierbong“ als Spoken-Word-Part ausgekübelt.

Auf diese Weise wird versucht, Die Shitlers als Kultband zu verkaufen, die in ihren Interviews betont bärbeißig daherkommt und auch damit wieder nur eine Rolle spielt, indem sie das Gehabe von Rockstars karikiert. Dazu wird betont, aber nicht authentisch auf Lokalkolorit gesetzt und spielerisch im US-Skatepunk gewildert. Am Ende ist dies musikalisch und inhaltlich leider vollkommen irrelevant und überhaupt nicht witzig. Sprich: Einfach nur Shit(lers).

Anspieltipps:

  • Uwe
  • CCN4
  • Liebeslied
  • Politische Musik
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