Lyenn - Slow Healer - Cover
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Lyenn Slow Healer


  • Label: Near Gale Records/V2
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
2.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zweites Album des Belgischen Klangtüftlers Frederic Lyenn Jacques.

Der Belgier Frederic Lyenn Jacques meldet sich knapp acht Jahre nach seinem gefeierten Debütalbum „The Jollity Of My Boon Companion“ (11/2009) mit seinem zweiten Longplayer „Slow Healer“ auf der Bildfläche zurück. Diesen hat er in Reykjavik, Island, im Studio von Jón Þór Birgisson (Sigur Rós) und Alex Somers, die zusammen als Jonsi & Alex firmieren, aufgenommen und vom Musiker, Komponisten und Produzenten Shahzad Ismaily (u.a. Leif Vollebekk, Beth Orton, Nils Frahm, Damien Rice) an den Reglern betreuen lassen.

Auch wenn es sich nach einem typischen und gerne verwendeten Klischee anhört: Alben, die auf Island aufgenommen wurden, klingen häufig düster und verschroben, da die besondere Landschaft und die speziellen Klima-Bedingungen der Insel Einfluss auf die Künstler nehmen, die sich den Aufnahmeort vermutlich aus genau diesen Gründen ausgesucht haben. So auch Lyenn, der mit den 10 Tracks auf „Slow Healer“ die gängige Erwartungshaltung vollends erfüllt.

Somit bekommt der Hörer eine üppige Portion handgemachter Avantgarde-Popmusik mit ab und an ungewöhnlicher Instrumentierung (Duduk, Bouzouki) sowie sphärischen Gesängen dargereicht, die wie eine Mischung aus Low, Sigur Rós und Radiohead klingt. Zwar lassen sich auch die einen oder anderen Synthesizer-Spuren blicken, doch diese dienen lediglich der Atmosphäre und nehmen keine tragende Rolle ein. Umso zentraler ist die Stimme Lyenns in der Produktion platziert. Mit wehklagendem Gesang agiert der Belgier an der Grenze zur Depression und stellt den Hörer damit auf die Probe.

Ja, „Slow Healer“ ist wieder mal so ein „Island-Album“, das die Gemeinde mit seinen arg speziellen Kompositionen spalten wird. Denn ein gewisser Reiz geht von den Songs durchaus aus. Aber wer sich dauerhaft mit „Slow Healer“ beschäftigt, läuft Gefahr, die Sonne schwarz anzumalen und sich im Keller zu verkriechen.

Anspieltipps:

  • Ghost song
  • Keep it still
  • Inside the wrist
  • Show me the way
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