Live - Mental Jewelry (25th Anniversary Edition) - Cover
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Live Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 137 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Mental Jewelry“ ist ein grundsolides Debütwerk, das einige starke Ansätze offenbarte, die auf den folgenden Alben perfektioniert wurden. Jetzt feiert das Album Jubiläum.

Mit dem Album „Mental Jewelry“ debütierte im Jahr 1991 die junge amerikanische Band Live aus Pennsylvania und erzielte damit nicht nur einen kommerziellen Achtungserfolg, sondern legte auch die Grundlage für eine der erfolgreichsten Karrieren im aufkeimenden Alternative-Rock-Boom zu Beginn der 90er Jahre. Bis dato stehen mehr als 22 Millionen verkaufte Live-Alben zu Buche. Vermutlich wären es sogar noch mehr, wenn sich die Band nicht zwischenzeitlich mit Sänger und Enfant terrible Ed Kowalczyk (46) in die Haare gekommen wäre und Live für einige Jahre nicht auf Eis gelegt hätten.

Doch dieser Streit scheint jetzt vorbei zu sein. Oder den Herrschaften ist einfach nur die Kohle ausgegangen. Denn im Dezember des vergangenen Jahres gaben Ed Kowalczyk (Gesang), Chad Taylor (Gitarre), Patrick Dahlheimer (Bass) und Chad Gracey (Drums) ihre Reunion im Original-Line-up bekannt. Live gehen wieder auf Tour und arbeiten an neuen Songs. Zudem gibt es Grund zu feiern: Ihr Debütalbum „Mental Jewelry“ feiert 25-jähriges Jubiläum und wurde dazu in einer Deluxe-Version neu aufgelegt. Großen Schnickschnack hat sich das Label allerdings erspart. Es gibt ein paar Bonus-Tracks, darunter der bislang unveröffentlichte Song „Born branded“ sowie eine zusätzliche CD mit live aufgenommenen Songs aus dem Jahr 1992. Und das ist auch gut so. Denn es muss nicht bei jeder Wiederveröffentlichung ein riesen Fass aufgemacht werden.

Das von Jerry Harrison (Crash Test Dummies, No Doubt, Josh Joplin, The Gracious Few, Kenny Wayne Shepherd) von den Talking Heads produzierte Werk wurde für den Re-Release zwar wie gewohnt digital aufgeppt, lässt aber etwas Druck vermissen. Das liegt freilich auch an den Songs, die noch eine andere Sprache sprechen, als die des 2½ Jahre später veröffentlichten Meilensteins „Throwing Copper“ (04/1994). Auf „Mental Jewelry“ wirken die Arrangements komplexer und weniger eingängig. Doch gerade ihre progressive Note ist es, die Live nicht wie eine Alternative-Rock-Band von der Stange klingen lassen.

Hier hat Jerry Harrison ganze Arbeit geleistet und dem US-Quartett einen guten Start ermöglicht. Er hat das jugendlich Ungestüme und die religiös-spirituellen Anleihen der Band gebündelt, wodurch sich hier und da eine leichte Verwandtschaft zu den Kollegen von R.E.M. ergibt („10.000 years“), die 1991 ihren endgültigen Durchbruch feierten. Auf diese Weise wurde „Mental Jewelry“ zu einem grundsoliden Debütwerk, das einige starke Ansätze offenbarte, die auf den folgenden Alben perfektioniert wurden.

Anspieltipps:

  • Negation
  • Good pain
  • The beauty of gray
  • Pain lies on the riverside
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