Hinder - The Reign - Cover
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Hinder The Reign


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Von allem ein bisschen. Trotzdem wirkt „The Reign“ nicht abwechslungsreich oder innovativ, sondern eher konstruiert und durchschnittlich.

Ein Debütalbum zu toppen, das in den USA mit Triple-Platin ausgezeichnet wurde, zwei große Radiohits verbuchen konnte und die Band in die Stratosphäre erfolgreicher Gruppen wie Nickelback, Creed oder Bush katapultierte, ist ein unheimlich schwieriges Unterfangen. Nicht nur Hinder sind in kommerzieller Hinsicht daran gescheitert. Nachdem 2013 der Ausstieg von Frontmann Austin Winkler bekannt gegeben wurde, sah man die US-Amerikaner vor dem Aus. Doch 2015 meldete sich die Band mit neuem Sänger und „When The Smoke Clears“ zurück. Zwei Jahre später ist Marshal Duton immer noch mit an Bord und mit „The Reign“ erscheint das neue Album.

Der Titelsong versetzt den Hörer dann auch direkt zurück zum Beginn dieses Jahrtausends. Ein rockiger Opener, der ganz gut ins Ohr geht. Nicht mehr und nicht weniger. Die folgenden „Burn It Down“ und „King Of The Letdown“ schielen dann schon deutlicher Richtung Radio. Ersterer bedient sich nicht nur mit dem Titel bei Linkin Park und kann mit einer düsteren Bridge überzeugen. Diese Düsternis wirkt in Strophe und Refrain allerdings arg aufgesetzt und konstruiert. Letzterer ist sehr Radiokompatibel und tönt nach Bon Jovi zur Jahrtausendwende und einer Mischung aus handzahmen Stone Sour und deren neuen Intimfeinden Nickelback.

Radiokompatibel bleibt auch der Rest des Albums. „Too Late“ reichert den Post-Grunge-Sound mit etwas Southern-Rock-Attitüde à la Black Stone Cherry an, der eingängige Refrain mit „Ohohoh“-Chören gerät allerdings sehr austauschbar, ähnlich beim späteren „Play To Win“. „Making It Hard“ lässt sleazige Töne zu, die an frühere Buckcherry erinnern, ohne deren Rotzigkeit zu erreichen. „Drink You Away“ ist eine solide Ballade mit leichten Americana-Anleihen und coolen Leadgitarren-Parts, während das schwermütige „Long Gone“ wieder mit Linkin-Park-Sounds anbandelt. Um die Konfusion komplett zu machen, vermischt der Rausschmeißer „Loser’s Salute“ dann die introvertierte Seite der Stone Temple Pilots mit den grobschlächtigeren Elementen von Nickelback.

So richtig entscheiden können sich Hinder nicht. Post-Grunge, Rock, Pop, Metal bzw. heavy, balladesk, introvertiert und rausbrüllend. Man könnte sagen, „The Reign“ sei abwechslungsreich, allerdings sind diese ganzen Elemente, die Hinder hier in einen Topf werfen, zu sehr Klischee und durchschnittlich, um überzeugend zu wirken. So bleibt ein Album, das zwar niemandem Kopfschmerzen zufügen wird, vom Hocker reißen wird es aber mit Sicherheit auch niemanden.

Anspieltipps:

  • The Reign
  • Too Late
  • Drink You Away

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