Ke$ha - Rainbow - Cover
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Ke$ha Rainbow


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal muss das Leben Hürden in den Weg stellen, damit wir wachsen und stärker werden können. Wie es scheint, hat Kesha all das geschafft und lässt nun die Welt daran teilhaben.

Der Aufstieg von Kesha Rose Sebert (30) zum Popstar war rasant. Nachdem die Kalifornierin anfänglich Songs für Miley Cyrus oder auch The Veronicas schrieb, startete sie im Jahr 2009 eine Solokarriere. Und schon mit ihrer ersten Single „Tik tok“ (08/2009) stürmte sie weltweit die Charts und dominierte diese nach Belieben. Der im Januar 2010 nachgeschobene Debüt-Longplayer „Animal“ entwickelte sich ebenfalls zu einem Dauerbrenner, der weitere Hitsingles abwarf. Auf diese Weise gestalteten sich die Übergänge zu den Alben Nummer zwei und drei, „Cannibal“ (11/2010) und „Warrior“ (11/2012), quasi fließend. Denn auch diese waren mit Hitsingles gespickt und Kesha durch ihre Dauerpräsenz dem Pop-Olymp näher denn je.

Doch anstatt am Thron von Lady Gaga, Britney Spears, Miley Cyrus und Katy Perry zu sägen, wurde es ab Mitte 2013 ruhig um Kesha. Zumindest künstlerisch. Denn in ihrem Privatleben brodelte es mächtig. Die Rede war von Depressionen und Suizidversuchen. Das einstige Partygirl war am Boden. Aber es kam noch schlimmer. Nachdem die 30-Jährige 2014 wegen Bulimie in eine Rehaklinik eingewiesen wurde, ging Keshas Mutter mit dem Vorwurf an die Öffentlichkeit, dass ihre Tochter von dem Produzenten und Label-Boss Łukasz Gottwald alias „Dr. Luke“ (43) massiv unter Druck gesetzt worden sei, u.a. um Gewicht zu verlieren. Ähnliche Andeutungen machte übrigens auch schon Kollegin Kelly Clarkson.

Kesha verklagte Gottwald wegen sexueller Belästigung, Nötigung sowie Vergewaltigung. Dieser reagierte mit einer Gegenklage wegen Verleumdung und wurde in der Folge mit seinem Label bei Sony Music rausgeworfen. Im September soll dann der Prozess sein, in dem hoffentlich Recht gesprochen wird. Doch schon vorher legt Kesha mit „Rainbow“ ihr drittes Studioalbum vor, auf dem sie die zurückliegenden Jahre verarbeitet hat und musikalisch hörbar erwachsen geworden ist. Der dauerdröhnende grelle Party-Pop ist jedenfalls einer ausgewogeneren musikalischen Mischung gewichen, genau wie das alberne Dollarsymbol im Namen verschwunden ist.

An der Produktion des Albums waren u.a. Keshas Mutter Pepe Sebert, Ryan Lewis, Ricky Reed, Stephen Wrabel, Ben Folds, Dolly Parton, The Dap-Kings Horns sowie die Eagles Of Death Metal beteiligt. Das zeigt, wie vielseitig die musikalische Ausrichtung von „Rainbow“ ist. Ein Schritt, der sich gelohnt hat. Denn Kesha macht sich nicht nur in den Texten Luft, ihr gelingt auch ein künstlerischer Befreiungsschlag, indem sie die Bezeichnung Popmusik in vollen Zügen auslebt und keine stilistischen Fesseln zulässt. So hören wir neben Keshas bekanntem Power-Pop („Learn to let go“, „Finding you“) und den gewohnt satt produzierten Pop-Balladen („Hymn“, „Praying“) auch Folksongs („Bastards“, „Godzilla“), Electro-Rock mit Unterstützung der Eagles Of Death Metal („Let ‘em talk“, „Boogie feet“) und überraschende Country-Klänge („Hunt you down“, „Old flames can’t hold a candle to you“, „Spaceship“).

Keine Frage, mit „Rainbow“ hat sich Kesha Sebert freigeschwommen, auch wenn dazu eine sehr harte Zeit vorausging. Doch manchmal muss das Leben ebensolche Hürden in den Weg stellen, um zu wachsen und stärker zu werden. Wie es scheint, hat Kesha all das geschafft und lässt nun die Welt daran teilhaben.

Anspieltipps:

  • Hymn
  • Woman
  • Bastards
  • Rainbow
  • Boogie feet
  • Learn to let go
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