Helgen - Halb Oder Gar Nicht - Cover
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Helgen Halb Oder Gar Nicht


  • Label: Chateau Lala/Broken Silence
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Debütalbum des Musik-studierten Hamburger Trios geht neue Wege und gibt deshalb Grund zur Hoffnung für Deutschlands Indie-Pop-Nachwuchs.

Nach der „Gerne, gerne, gerne“-EP aus dem Jahr 2015 und der „Mauern aus Papier“-Vinyl-7“ aus dem Jahr 2016, legen die 2014 gegründeten Wahl-Hamburger Indie-Popper Helgen nun ihren von Olaf Opal (The Notwist, Die Sterne, Sportfreunde Stiller, Klee, Juli, Liquido) produzierten Debüt-Longplayer „Halb oder gar nicht“ über das Label Broken Silence vor. Zum ersten Mal liefen sich Helge Schulz (Gesang, Gitarre, Texte), Timon Schempp (Drums) und Niklas Beck (Bass) in Hannover über den Weg, wo sie gemeinsam (Pop-)Musik studierten und sich später zur Band Helgen zusammenschlossen. Das Ergebnis ihrer jahrelangen Vorarbeit darf nun unter die Lupe genommen werden.

Helgen machen deutschsprachigen Indie-Pop mit Texten, die nicht von der Reim-Dich-Oder-Ich-Fress-Dich-Stange kommen („Gator“). Das ist schon einmal positiv. Dazu fällt Sänger Helge Schulz mit einer charismatisch-nasalen Gesangsstimme auf, die zwar polarisiert, aber niemals langweilt („Lass uns Feinde sein“, „Alles was wahr ist“). Dieses Credo gilt grundsätzlich auch für die Musik von Helgen. Das Trio tobt sich ohne die Enge stilistischer Grenzen aus und würzt ihren von den späten 60er Jahren inspirierten Sound mit allerlei kleinen Finessen („Hamburg & Amsterdam“, „Zwölf“), die „Halb oder gar nicht“ zu einem Werk machen, das ganz und gar nicht von der Stange daherkommt.

Mit „Halb oder gar nicht“ ist Helge Schulz, Timon Schempp und Niklas Beck ein Debüt gelungen, das musikalisch auf sehr soliden Pfeilern steht. Den wirklichen Unterschied machen allerdings die Texte aus, die weit von der deutschsprachigen Pop-Norm entfernt sind und deshalb vielleicht etwas anstrengend wirken, weil sie eben nicht im typischen 08/15-Morast feststecken. Wer sich darauf einlässt, erhält 15 ungewöhnliche Songs von Deutschlands Indie-Pop-Nachwuchs, der im Fall von Helgen Grund zur Hoffnung gibt.

Anspieltipps:

  • Gator
  • Schlecht
  • Das Vergessnis
  • Halb oder gar nicht
  • Lass uns Feinde sein
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